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Musik ist ihr Leben : Kirchenmusikerin Else Brückner-Heyen geht nach fast 40 Jahren in den Ruhestand

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das letzte Konzert mit Beteiligung von Else Brückner-Heyen findet am Sonnabend mit „Psalmenklängen“statt.

Elmshorn | Die Kirche nicht zum musikalischen Museum machen, war fast 40 Jahre lang das berufliche Streben von Kirchenmusikerin Else Brückner-Heyen. In der Emmausgemeinde hat sie seit 1997 ihre Vorstellung von abwechslungsreicher und ausdruckstarker Kirchenmusik leben können. Durch viele Konzerte mit Chören und Gottesdienste, die sie auf ihrer geliebten Beckerath-Orgel begleitete, wird sie große Fußstapfen für kommende Nachfolger hinterlassen.

Die gebürtige Hessin spielte bereits als 13-jährige die Orgel in ihrer Heimatgemeinde. Nach dem Abitur schrieb sie sich bei der kirchlichen Musikhochschule in Herford ein und schloss mit einem Diplom in Kirchenmusik (B) ab. Schon damals wollte sie „raus aus dem Elfenbeinturm der Kirchenmusik“ und begann ein Studium für Sonderschulpädagogik. 1979 kam sie nach Elmshorn und teilte sich mit ihrem damaligen Ehemann eine Musikerstelle in der Nikolaikirche. 1997 bewarb sich „Elle“ erfolgreich auf eine halbe B-Stelle in der Thomasgemeinde. Seitdem gehören Gottesdienste, die Leitung der Emmaus-Kantorei, des Thomas-Kinder- und Posaunenchores, Konvente, Nachwuchsförderung, Mitarbeiterbesprechungen, Konzertplanungen, Flyerentwürfe und mehr zu ihren Aufgaben.

Auf eine bevorzugte musikalische Richtung ließ sich Elle Brückner-Heyen nicht gern festlegen. „Für mich ist Bach zwar der größte“, meint sie, aber Crossover Musik, also einem Mix aus alter und moderner Musik, müsse einen wichtigeren Platz in der heutigen Kirchenmusik einnehmen. „Wir sind da aber auf gutem Weg“, meint sie.

Highlights ihrer Arbeit waren für Elle Brückner-Heyen generationsübergreifende Feste mit viel Musik, das Weihnachtsoratorium mit der Kantorei, die Zusammenarbeit mit dem EBS-Oberstufenchor sowie das Mozartrequiem in Glückstadt mit Kirchenmusiker Florian Hansen. „Und die Zusammenarbeit mit dir, Frauke“, wendet sich Elle Brückner-Heyen an Pastorin Frauke Piepenburg, die in den fast 20 Jahren Zusammenarbeit auch privat zur Freundin wurde.

Von den Kollegen geschätzt

Dass Else Brückner-Heyen von vielen Weggefährten geschätzt wird, zeigen deren Äußerungen: „Als Mitglied des Kirchenvorstandes (KV) der Thomas-Gemeinde und des Kirchenkreisvorstandes war es mir eine besondere Freude, als der KV Elle als Kirchenmusikerin einstellte. Sie hat für den Chor, der zuvor eine eher unbedeutende Rolle spielte, neue Mitglieder gewinnen können. Dank ihr wurden die eingeübten Werke immer anspruchsvoller“, dankt ihr Weggefährte Dieter Hansen.

„Ich kenne viele Menschen, die gerade wegen Elle zu den Chören fanden“, bestätigt Friedrich Mönkehaus, Vorstand des Kirchengemeinderates (KGR). Für ihn sei es eine große Freude, die musikalischen Gottesdienste mit ihr auf Augenhöhe und mit Wertschätzung zu besprechen. „Hierarchien waren ihr fremd und sie war maßgeblich für die Orgelsanierung im Wert von 30  000 Euro verantwortlich.“ Matthias Mannherz, Vorsitzender des KGR mag ihre liebevolle, freundliche Art, wie sie die Kantorei leitet, durch Charme überzeugt und mit weitem Herz und klarem Blick Belange der Gemeinde im Auge behält.„Elle hat uns immer Mut gemacht“, meint Frauke Piepenburg und schmunzelnd fügt sie hinzu, dass selbst „schräge Töne“ die Musikerin nicht aus dem Takt bringen würden.

Brückner-Heyen wird Ostermontag mit einem Gottesdienst (15 Uhr) und Empfang in der Thomaskirche verabschiedet – doch das scheint ihr fast weniger wichtig, als ihr letztes Chor- und Instrumentalkonzert „Psalmenklänge“, das am Sonnabend, 5. März, 17 Uhr, bei freiem Eintritt zu Gehör gebracht wird. Bis die Stelle neu besetzt ist, wird die Vakanz von Isolde Kittel-Zerer übernommen.

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erstellt am 04.Mär.2016 | 12:30 Uhr

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