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Elmshorner Nachrichten

23. Oktober 2017 | 10:18 Uhr

Elmshorn : Kirchengemeinde in Kartons

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

St.-Nikolai-Gemeinde räumt ihr Domizil. Abriss des Hauses beginnt am 16. Februar. Chöre und Gruppen werden ausgelagert.

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2015 | 16:57 Uhr

Elmshorn | Im Keller fast 50 Jahre Geschichte, oben ein Saal voller Möbel, überall jede Menge Akten - Insgesamt: 500 Quadratmeter mit Vergangenheit. Damit muss Rosmarie Lehmann jetzt umgehen. Die Vorsitzende des Kirchenvorstands der Elmshorner St.-Nikolai-Gemeinde organisiert mit ihrem Team den Auszug aus dem Gemeindehaus an der Kirchenstraße. Heute soll alles erledigt sein, denn bereits am 16. Februar rücken die Bagger an. Das Gebäude wird, wie berichtet, abgerissen und von einem neuen Mehrzweckbau ersetzt. Im Sommer 2016 soll das neue Haus stehen. Bis dahin muss die Gemeinde mit Provisorien auskommen.

Dabei ist Fantasie gefragt, vor allem, weil die Nikolai-Gemeinde für die Übergangszeit keine neuen Räume bekommt. Der „Hausstand“ muss an verschiedenen Stellen eingelagert und die Arbeit mit den Gemeindemitgliedern neu geordnet werden.

Bei der Vorbereitung des Auszugs hatte Rosmarie Lehmann besonders viel Arbeit im Untergeschoss des Hauses. Dort waren bisher unter anderem der Jugendkeller, ein Fernsehraum, die Kinderstube und Archivräume zu finden. „Eine Woche lang habe ich Unterlagen gesichtet. Was kann weg, was muss mit?“, sagt Rosmarie Lehmann. Sie hat auch Ordner mit alten Konfirmanden-Unterlagen gesichtet. Lehmann: „Anhand vieler Papiere lässt sich das Leben in der Gemeinde und die Arbeit der jeweiligen Pastoren sehr gut nachvollziehen“. Die Ordner werden jetzt im hinteren Raum des Kirchenbüros an der Kirchenstraße 8 gelagert.

Bei der Bestandsaufnahme zählten nicht nur die Akten. Regale, Lampen, Tische, Stühle, Bücher, Schallplatten, die Bühnenvorhänge aus dem Saal und jede Menge Büromaterial gehören zum Inventar, das sich seit dem Bezug des Hauses 1965 angehäuft hat. Sogar eine ganze Küche muss ausgebaut werden. „Vieles werden wir bei einem Flohmarkt zum Verkauf anbieten“, sagt Rosmarie Lehmann (siehe Infokasten).

Sie muss aussortieren, denn im neuen Gebäude wird die St.-Nikolai-Gemeinde nur noch 165 Quadratmeter zur Verfügung haben. Vieles muss eingelagert werden. Wie zum Beispiel zwei Harmonien. Die Tasteninstrumente sollen der Gemeinde unbedingt erhalten bleiben, genauso wie eine alte Kirchenbank und Teile des Gestühls aus dem Saal. „Vieles ist noch in Ordnung, da findet sich ein Plätzchen“, so Rosmarie Lehmann

Trotz guter Planung: Ohne Hilfe aus anderen evangelischen Kirchengemeinden kommt die Vorsitzende nicht aus. Mit dem Abriss des alten Gemeindehauses verlieren viele St.-Nikolai-Gemeinschaften ihr Domizil und müssen vorübergehend ausgelagert werden. Die Kantorei kommt für ihre Probenarbeit in der Thomasgemeinde an der Breslauer Straße unter, die Seniorenkantorei ist bei der Freikirchlichen Gemeinde auf Kaltenweide zu Gast und die drei Frauenkreise tagen bald im Andachtsraum der St.-Nikolai-Kirche. Auch die Konfirmanden werden bald in der Kirche unterrichtet und der Kirchenvorstand tagt im Wasserturm an der Turnstraße. Ein Mitglied stellt dort die Räume zur Verfügung. „Wir müssen mit dem auskommen, was wir haben und gut planen“, sagt Rosmarie Lehmann.

Das alte Gebäude der Nikolai-Gemeinde war in den vergangenen Jahrzehnten vor allem Ort der Begegnung für viele Menschen. Und so war auch die letzte Aktion der Konfirmanden im Keller eine gemeinschaftliche Angelegenheit: Die Kinder bemalten die Wände der Räume mit biblischen Motiven.

In eineinhalb Jahren soll die St.-Nikolai-Gemeinde in das neue kirchliche Zentrum einziehen. Eine optimistische Planung, wie Rosmarie Lehmann findet. „Ich rechne mit zwei Jahren Bauzeit“, sagt sie.

Nach dem Auszug aus dem alten Gemeindehaus  will  die Nikolai-Gemeinde  Küchenmöbel, einen Elektroherd, Ausziehtische mit Stühlen, Lampen, Scheinwerfer und anderen Hausrat  während eines  Flohmarkts  anbieten. Termin ist Mittwoch, 11. Februar, von 9 bis 15 Uhr in den Räumen des Gemeindehauses.
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