Kirche baut für 6,9 Millionen Euro

Frontansicht des geplanten Kirchlichen Zentrums. Der verglaste Saal wird Herzstück des viergeschossigen Baus sein.
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Frontansicht des geplanten Kirchlichen Zentrums. Der verglaste Saal wird Herzstück des viergeschossigen Baus sein.

Die Kirche verstärkt ihr Engagement in Elmshorn / Baubeginn für das „Kirchliche Zentrum Elmshorn“ für Anfang 2015 geplant

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08. März 2014, 06:00 Uhr

„Wir halten diesen Neubau für eines der wichtigsten Vorhaben des Kirchenkreises in diesem Jahrzehnt“, freut sich Propst Thomas Bergemann. Er spricht vom Neubau des Kirchlichen Zentrums in der Kirchenstraße 1 bis 3 in Elmshorn. Im zweiten Anlauf soll es nun mit etwas veränderten Vorgaben klappen. Der einst mit 8,5 Millionen Euro veranschlagte Bau wird „verschlankt“ und soll nun als viergeschossiger, 4000 Quadratmeter großer Flachdach-Neubau mit Ziegelfassade knapp sieben Millionen Euro kosten. Der kirchliche Kindergarten wird im neuen Gebäude keinen Platz finden. „Doch wir planen keine Verringerung der Kitaplätze. Nur an welcher Stelle neu gebaut, saniert oder zusammengeführt wird, muss noch geprüft werden“, so Propst Bergemann.

Das seit der Kirchenkreisfusion 2009 leerstehende Verwaltungsgebäude soll – alle Genehmigungen vorausgesetzt – Anfang 2015 abgerissen werden und im ersten Quartal 2016 bezugsfertig sein. „Das Konzept des Kirchlichen Zentrums basiert auf den drei Säulen kirchliche Dienstleistungen, Treffpunkt für Menschen und einem Wohnprojekt für Menschen mit und ohne Behinderungen“, erläutert Projektleiter Sven Vierenklee. Sie nehmen jeweils ein Drittel der Fläche in Anspruch, also zirka 1300 Quadratmeter.

Herzstück im Entwurf des Elmshorner Büros „GRS Reimer Architekten“ ist im Erdgeschoss der 130 Quadratmeter große multifunktionale Gemeindesaal, der bis auf 200 Quadratmeter vergrößert werden kann. Ungefähr dort gelegen, wo auch der alte Gemeindesaal war, werden hier viele Veranstaltungen das kirchliche und kulturelle Leben prägen. Saal, Foyer und Diakonie-Café sollen mit verschiebbaren Wänden eine neue Einheit bilden. Das Diakonie-Café wird leicht vergrößert, neu gestaltet und konzeptioniert. Im letzten Bauabschnitt kann es zu einer kurzfristigen Schließung kommen. Ausweichalternativen wird es dann aber geben. Eine Gewerbefläche (zur Schulstraße hin gelegen) mit 160 Quadratmetern soll vermietet werden. Hinter dem Gebäude, durch ein Garagentor gesichert, ist Parkraum für 20 Autos sowie Fahrräder und Mopeds.

Im ersten Stock finden sich, in der Größe variabel gestaltbare Büroräume, in denen Mitarbeiter übergemeindliche Aufgaben bündeln sollen. Außerdem kommen hier Jugendwerk, Kita-Fachberatung, Frauenwerk, Ökumenische Arbeitsstelle sowie die Evangelische Bildungsarbeit und Spiritualität sowie die Kirchengemeindeverwaltung unter. Die Kirchengemeinde St. Nikolai wechselt büromäßig sozusagen die Seite und findet ebenfalls im Kirchlichen Zentrum ihre Wirkungsstätte.

Die sozial geförderten Wohnungen im Kirchlichen Zentrum werden vom Kirchenkreis vermittelt. Hier rückt die Inklusion als wichtiger kirchlich-diakonischer Auftrag ins Zentrum. Menschen mit und ohne Handicap werden zusammen in einem Haus leben. Zehn der 23 Wohnungen – davon fünf rollstuhlgerecht – werden an Personen mit Behinderung vermietet. Die Glückstädter Werkstätten koordinieren dieses Angebot und übernehmen die pflegerische Versorgung. Die Wohnungen sind zwischen 50 bis 75 Quadratmeter groß, haben Loggien und ziehen sich über zwei Stockwerke. „Wir haben mit diesem Gebäude die einzigartige Chance, dass baulich darzustellen, was wir inhaltlich meinen“, schwärmt Propst Bergemann. Er findet es beglückend, dass der Kirchenkreis als Bauherr in Elmshorns bester Lage ein Gebäude gestaltet, in dem reger Austausch und Kommunikation von Menschen stattfinden soll.

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