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Brücke Elmshorn : Kindern Halt und Sicherheit geben

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die soziale Einrichtung sucht im Kreis Pinneberg nach Paten für Kinder psychisch erkrankter Eltern - eine Fachausbildung ist nicht notwendig.

Für psychisch erkrankte Mütter und Väter ist der Alltag mit ihren Kindern nicht so einfach zu meistern, wie für ein gesundes Elternpaar. Leidet ein Elternteil etwa an Depressionen, fällt es schwer, die Bedürfnisse seines Kindes wahrzunehmen und darauf angemessen einzugehen. „Diese Kinder fühlen sich orientierungslos und alleingelassen“, sagt Angela Hildebrandt-Wehrmann, Koordinatorin bei der Brücke Elmshorn. Die Gefahr dabei: Dauerhafter Stress bei den Kindern kann zu Verhaltensauffälligkeiten und sogar psychischen Erkrankungen führen. Um das zu verhindern, sucht die Brücke Elmshorn nun Paten für Kinder psychisch kranker Eltern.

„Aufgrund ihrer Krankheit fehlt den Elternteilen oftmals ein Umfeld, wie Verwandte, Freunde und Nachbarn, das sie unterstützt“, sagt Anne Gödecke, ebenfalls Koordinatorin bei der Brücke Elmshorn. Daher die Idee der zeitlich begrenzten Patenschaft: Diese soll da ansetzen, wo ein soziales Netz im eigenen Umfeld fehlt.

„Der Pate oder die Patin soll für einen bestimmten Zeitraum eine weitere Bezugsperson für ein Kind darstellen“, sagt Hildebrandt-Wehrmann. Bereits seit rund fünf Jahren bietet die Brücke Elmshorn dieses Patenschafts-Projekt im gesamten Kreis Pinneberg an. „Unsere Warteliste mit Kindern ist voll“, so Hildebrandt-Wehrmann. Vor allem in Elmshorn, Uetersen und Pinneberg werden Paten für Kinder im Alter von zwei bis 16 Jahren gesucht.

Eine solche Patin ist Petra Albrecht (Name aus Datenschutzgründen geändert) aus Elmshorn. Die Mutter von drei Kindern hat bereits zwei Patenkinder im Alter von zwei und fünf Jahren betreut. Derzeit ist sie in der Kennenlern-Phase mit einem weiteren Patenkind. „Ich ermögliche den Kindern einen Alltag. Das heißt wir gehen Schwimmen, backen und essen zusammen oder lesen Geschichten“, berichtet die Patin. Ein bis zweimal die Woche kamen die Kinder für ein paar Stunden zu ihr zu Besuch. „Sie waren in meine Familie integriert, auch für meine leiblichen Kinder eine tolle Erfahrung – eben wie eine richtige Großfamilie“, sagt die Elmshornerin.

Paten haben eine Schweigepflicht

Wer auch Pate werden will, müsse Freude am Umgang mit Kindern mitbringen. „Ich schenke ihnen ein paar Stunden meiner Zeit, da kommt so viel wieder – sei es ein Strahlen und ihre Freude“, sagt Albrecht. Die Voraussetzungen vonseiten der Brücke Elmshorn für eine Patenschaft sind bewusst gering gehalten: Grundsätzlich kann jeder eine Patenschaft übernehmen, also auch alleinstehende Menschen und Familien, in denen keine Kinder (mehr) wohnen. Interessierte Paten sollten Erfahrungen im Umgang mit Kindern haben. „Das müssen gar nicht berufliche Erfahrungen sein, sondern können auch Erfahrungen mit eigenen Kindern, Enkeln, Nichten und Neffen sein“, sagt Koordinatorin Hildebrandt-Wehrmann.

Eine spezielle fachliche Ausbildung ist nicht notwendig. Mögliche Paten sollten zudem psychisch erkrankte Menschen akzeptieren und wertschätzen, da sie in regelmäßigen Kontakt mit den Elternteilen der betreuten Kinder stehen. Aufgrund der sensiblen Thematik haben Paten eine Schweigepflicht.

Die Brücke Elmshorn bietet im Gegenzug regelmäßige Schulungen und Treffen an. Außerdem gibt es eine Aufwandsentschädigung.

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erstellt am 17.Sep.2013 | 16:00 Uhr

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