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Elmshorner Nachrichten

26. September 2017 | 12:51 Uhr

Kinder sollen im Dorf bleiben

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Unterschiedliche Standpunkte bei Kindergartenbedarfsplanung / Gruppengröße von 22 Jungen und Mädchen indiskutabel

Die Kindergartenbedarfsplanung beschäftigt die Sparrieshooper Gemeindevertretung bereits eine ganze Weile. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie können die Jungen und Mädchen, die für das Kindergartenjahr 2014/2015 auf der Warteliste stehen, in der Gemeinde betreut werden.

Als die Diskussionen über den Bedarf an Kindergartenplätzen begann, wurde mit rund 20 Jungen und Mädchen auf der Warteliste für einen Kindergartenplatz in Sparrieshoop gerechnet. Nach Berechnungen sind es aktuell noch acht bis zehn Kinder.

In den vergangenen Monaten wurde das Thema Kinderbetreuung in Sparrieshoop mit der Kirchengemeinde als Träger, dem Amt Elmshorn-Land, dem Kreis Pinneberg und eben in der Gemeindevertretung und den zuständigen Ausschüssen immer wieder beraten. Dabei wurden die unterschiedlichen Standpunkte sehr deutlich. Für die Gemeindevertretung ist ein wichtiger Aspekt, dass die Jungen und Mädchen aus der Gemeinde auch innerhalb von Sparrieshoop einen Kindergartenplatz finden. Der Tenor: Besuchen die Kinder erst einmal außerhalb von Sparrieshoop einen Kindergarten, dann gehen sie oft auch außerhalb der Gemeinde zur Grundschule und in den Sportverein. Das wäre, so die Kommunalpolitiker, dem Erhalt von Grundschule und Sportverein nicht dienlich. Eine Idee der Gemeindevertretung war deshalb die Erhöhung der Gruppen von 20 auf 22 Kinder. Vor etwa einem Jahr wurde eine vorläufige Erhöhung der Elementargruppen auf 21 Kinder bereits umgesetzt.

Für den Träger steht in erster Linie das Wohl der Kinder im Vordergrund. Eine Gruppengröße von 22 Jungen und Mädchen deshalb indiskutabel. Die Erhöhung würde einerseits dazu führen, dass die Kinder nicht mehr individuell betreut und der Bildungsauftrag nicht mehr erfüllt werden könnte. Andererseits wäre die Belastung der Erzieherinnen durch die Vergrößerung der Gruppen sehr hoch.

Der Träger plädiert deshalb für den Aufbau einer neuen Kindergartengruppe. Ein Weg, den die Gemeinde durchaus mit gehen würde, wenn der Kreis Pinneberg diesen genehmigen würde.. Der Kreis jedoch macht anhand der aktuellen Zahlen deutlich, dass der Bedarf für eine weitere Kindergartengruppe in Sparrieshoop nicht gesehen wird. Eine Betriebsgenehmigung für eine weitere Kindergartengruppe wurde von Seiten des Kreises nicht erteilt. Konsequenz: Die Gemeinde müsste eine weitere Kindergartengruppe komplett allein finanzieren. Ein finanzieller Kraftakt, den die Gemeinde nicht stemmen könnte.

Darüber hinaus sieht es nach der derzeitigen Prognose so aus, dass in den kommenden Jahren die Betreuung der Kinder mit den vorhandenen Kindergartenplätzen gedeckt werden kann. Der Aufbau einer neuen Gruppe deshalb unter finanziellen Gesichtspunkten nicht sinnvoll wäre.

Aus diesen Überlegungen heraus hat die Saprrieshooper Gemeindevertretung einstimmig beschlossen, die Gruppengröße der Elementargruppen vorübergehend auf 22 Kinder aufzustocken.

Ob und in welcher Form dieser Beschluss jetzt umgesetzt wird, wird im Kindergartenausschuss, der sowohl mit Vertretern der Gemeinde und des Trägers besetzt ist, beraten.




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