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Elmshorner Nachrichten

14. Dezember 2017 | 22:32 Uhr

Kiebitzreiher bald Sommerländer?

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Kommunalpolitiker schließen Umgemeindung nicht kategorisch aus / Zuvor soll aber mit den unzufriedenen Bürgern gesprochen werden

Die Entscheidung über den Antrag der Einwohner aus der Straße Siethwende, in den Nachbarort Sommerland umgemeindet zu werden, wurde vertagt. Während der gemeinsamen Sitzung des Finanz- sowie des Sport-, Kultur- und Sozialausschusses am Dienstagabend im Gemeindesaal beschlossen die Kommunalpolitiker, sich zunächst einmal mit den betroffenen Einwohnern an einen Tisch zu setzen, um Perspektiven zu erarbeiten, die die derzeitige Situation verbessern können.

Rund 50 Kiebitzreiher Einwohner fühlen sich durch die Gemeinde Kiebitzreihe vernachlässigt, sehen ihren Lebensmittelpunkt im Nachbarort und wollen von dem Ausbau des Glasfasernetzes in Sommerland durch die vom Steinburger Zweckverband Breitband beauftragten Stadtwerke Neumünster auf der anderen Straßenseite ebenfalls Nutzen ziehen. Dies ist derzeit nicht möglich, da die Gemeinde Kiebitzreihe aus dem Zweckverband ausgetreten ist (wir berichteten).

Im Auftrag der Gemeinde Kiebitzreihe hatte die Amtsverwaltung einen Beschlussvorschlag erarbeitet. In diesem lehnt das Amt den Antrag der Siethwender ab. Hierin heißt es unter anderem, dass für eine Umgemeindung Gründe des öffentlichen Wohles, die allerdings rechtlich nicht definiert sind, ausschlaggebend sein müssten. Solche Gründe konnte der anwesende Leitende Verwaltungsbeamte Michael Lantau nicht erkennen. Außerdem sehe die Gemeindeordnung keine Regularien vor, nach denen der Bürgerwille entscheide. Letztlich sei es immer ein Abwägungsprozess zwischen den betroffenen Gemeinden und deren gewählten Vertretern.

Dem negativen Beschlussvorschlag folgten die Mitglieder der beiden Ausschüsse allerdings nicht. Sport-, Kultur- und Sozialausschuss-Vorsitzender Niels Jurgons (SPD) war der Ansicht, dass eine Umgemeindung dem öffentlichen Wohl nicht schadet. „Ich kann den Antrag der Siethwender Einwohner nachvollziehen. Um eine Lösung zu finden, müsste Kiebitzreihe zurück in den Zweckverband oder man sollte der Umgemeindung zustimmen. Außerdem sind die bestehenden Grenzziehungen schon sehr alt und nicht mehr realitätsbezogen“, so Jurgons.

Ganz so schnell wollten sich die Vertreter der CDU nicht entscheiden. „Bevor wir sie gehenlassen, sollte mit den Bürgern gesprochen und versucht werden, sie in unserer Gemeinde zu halten“, sagte Peter Höhns. Letztlich einigten sich die Kommunalpolitiker darauf, in einen sachlichen Dialog mit den Einwohnern und der Gemeinde Sommerland zu treten. Hierzu wurde mit den anwesenden Einwohnern der Straße Siethwende nach kurzer Diskussion, in der die unterschiedlichen Standpunkte noch einmal dargelegt wurden, ein Gesprächsabend am Donnerstag, 25. Februar, um 19.30 im Gemeindesaal vereinbart.

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