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Unternehmen in Elmshorn : Kibek setzt weiter auf Expansion

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Landrat Oliver Stolz informierte sich im Elmshorner Teppich-Haus über die Ziele des Unternehmens.

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2015 | 14:45 Uhr

Elmshorn | Sie sind in Elmshorn quasi Nachbarn, Frank Sachau, Inhaber von Teppich-Kibek, und Oliver Stolz, Landrat und damit Chef der Kreisverwaltung. Gestern besuchte Stolz das Teppich-Haus und bekam von Sachau aus erster Hand Informationen über eines des weltweit größten Teppichhäuser.

15 Häuser gehören mittlerweile zu dem Unternehmen, das seit seiner Gründung 1947 seinen Sitz in Elmshorn hat. Ende 2013 wurde das bislang letzte Haus in Fürth eingeweiht. Bundesweit beschäftigt Kibek 500 bis 600 Mitarbeiter. Doch damit ist noch längst nicht Schluss, erfuhr der Landrat. „Weitere Häuser sind in Planung“, erläuterte Sachau. Bei zweien sei die Entwicklung schon relativ konkret, bei weiteren erst am Anfang. Denn Verfahren zum Erlangen einer Baugenehmigung würden in Deutschland immer umfangreicher. „Das kann manchmal Jahre dauern“, so die Erfahrung des Teppichhaus-Chefs. Das hält ihn aber nicht davon ab, nach und nach das Kibek-Filialnetz auszubauen. Ziel seien mehr als 30 Standorte in Deutschland. Interessant seien insgesamt das Ruhrgebiet, aber auch der Kölner Raum.

Dass dennoch nicht alle seine Standortwünsche erfüllt werden, hat Sachau auch erfahren. „Wir hätten seit Jahren gern einen Standort in Hamburg-Ost“, sagt er. Doch bislang scheiterte die Realisierung am Widerstand unter anderem eines Möbelhauses. Aufgegeben hat Sachau dennoch nicht. „Die Flächen haben wir noch. Wir sind geduldige Menschen“, sagt er.

Gut entwickelt hat sich auch der Online-Handel, berichtete Sachau dem Landrat. Dazu trägt nicht zuletzt das weltweit einzige Hochregallager für Teppiche in Elmshorn bei. „Im Versand haben wir Top-Zeiten. In zwei bis drei Tagen ist die Ware beim Kunden", so Sachau.

Kunden wollen Wohnaccessoirs

Seit geraumer Zeit gibt es bei Kibek auch Dinge wie Handtücher, Lampen, Kissen oder andere Wohnaccessoirs zu kaufen. „Das wollen die Kunden“, sagte der Inhaber. Doch das mit Abstand größte Geschäft wird nach wie vor mit Teppichen, beziehungsweise Bodenbelägen allgemein gemacht. Ob es der klassische Teppichboden, handgeknüpfte Teppiche aus dem Orient, Design-Vinyl-Planken oder Laminat – mit Bodenbelägen macht Kibek nach wie vor den größten Umsatz. „Das ist unsere Kernkompetenz“, erläutert Sachau. Allerdings gibt es auch dort einen Wandel. Nachdem Laminat der Renner war, stagniert die Nachfrage in diesem Bereich. Klassische Orientteppiche werden nach wie vor gekauft. Doch mittlerweile sind unter anderem auch Nepal-Teppiche und Wollteppiche aus Marokko gefragt.

Insgesamt erreichte das Unternehmen im vergangenen Jahr ein „zweistelliges Umsatzplus“. Das sei aber vor allem wegen der Neueröffnung in Fürth so gut gelaufen, sagt der Firmenchef. „Wir haben aber eine ganz stabile Entwicklung“, sagte der Inhaber. „Es ist aber kein einfaches Marktumfeld.“ Stolz war beeindruckt. „Die Entwicklung des Unternehmens ist schon ertaunlich.“

Abzusehen war das nicht, als Sachaus Vater Walter Sachau Kibek 1947 als Handel mit Kinderbekleidung gründete. Das klappte auch nicht so recht. Der zweite Versuch mit Teppichen zu handeln, war dafür umso erfolgreicher. Keimzelle war der Malereibetrieb von Otto Sachau gewesen, dem Opa von Frank Sachau. Als Walter Sachau früh starb übernahm seine Frau Elfie das Geschäft. „Ich bin dann Hals über Kopf reingestolpert“, sagt Frank Sachau. Teppich-Kibek ist trotz seiner Größe immer noch ein Familienunternehmen. Gut möglich, dass das auch so bleibt. Frank Sachau und seine Frau haben drei Kinder. Zwei davon studieren Betriebswirtschaftslehre.

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