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Elmshorn : Keine Gift-Pflanzen in der Innenstadt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Stadtmarketing wählt für die Bepflanzung der Einkaufsstraße Nadelgewächse. Die Aufstellung soll im Oktober erfolgen.

Elmshorn | Die Einkaufsmeile in der Elmshorner City wird wieder grün. Nach einem Eklat um die Aufstellung leicht giftiger Kirschlorbeer-Pflanzen hat sich das Elmshorner Stadtmarketing für eine Bepflanzung mit kleinwüchsigen Bergkiefern entschieden. Der im Vorwege mit den Hauseigentümern an der Königstraße beschlossene PACT zur Finanzierung des Projektes bleibt von der Änderung der Pflanzenart unberührt.

Die Elmshorner Innenstadt soll begrünt werden. Das hatten die Hauseigentümer, die an der Königstraße zwischen Holstenstraße und Alter Markt ihre Immobilien besitzen, entschieden und in einem verbindlichen Beschluss, einem sogenannten PACT, geregelt. Doch schon bevor der erste von insgesamt 34 Pflanzkübeln in die City kam, gab es massive Kritik an der Auswahl der Bepflanzung. Denn in der City sollten Giftpflanzen aufgestellt werden. Ein portugiesischer Kirschlorbeer war im Gespräch.

Sowohl Vertreter des Naturschutzbundes als auch Professor Hans-Dieter Warda vom Arboretum sahen das Vorhaben mehr als kritisch. Blätter und Samen der immergrünen Pflanze enthalten den Giftstoff Prunasin, der sich nach dem Verzehr im Magen in Blausäure verwandelt. Schon eine kleine Menge kann zu Magenkrämpfen, Übelkeit und Erbrechen führen. Die Aufstellung der Pflanzkübel wurde – auch auf Drängen des Bürgermeisters Volker Hatje (parteilos) – ausgesetzt. Stadtmarketing, Verwaltung und betreuende Gärtner mussten erneut ran, um sich aus der Giftfalle zu befreien. „Die im Zuge der Diskussion entstandenen Imageeinbußen waren Anlass genug, sich erneut mit der Auswahl der Pflanze zu befassen“, so Manuela Kase, Geschäftsführerin des Stadtmarketingvereins.

Jetzt, etwa dreieinhalb Monate nach dem Eklat, präsentiert Kase eine Alternative. Die gemeinsame Lösung aller Beteiligten im PACT sieht vor, statt Lorbeer-Bäume kleinwüchsige Bergkiefern zu verwenden. Der Verein schreibt dazu in einer Mitteilung an die Medien: „Mit der Pinus mugo Columnaris wurde nun eine neue Begrünungsvariante gefunden. Hierbei handelt es sich um eine Kiefernart, die sich mit ihrem kompakten, pyramidalem Wuchs durch folgende Eigenschaften auszeichnet: Sie ist stadtklimaverträglich, frosthart, trockenheitstolerant und besitzt eine geringe Anfälligkeit gegenüber Krankheiten.“

Die als Begrünungselement ausgewählten Kieferngewächse seien für die Königstraße auch von Anfangskritiker Professor Warda ausdrücklich empfohlen. Die Gesamthöhe der Pflanzen einschließlich Gefäß beträgt ausgewachsen etwa zwei Meter. Im Oktober sollen die Pflanzkübel an 34 Standorten in der Königstraße aufgestellt werden. Die Elmshorner dürfen sich schon jetzt freuen, denn Kiefernnadeln weisen einen sehr starken, würzig-aromatischen Duft auf, der nicht giftig ist, sondern eine beruhigende Wirkung haben soll.

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erstellt am 20.Aug.2014 | 10:00 Uhr

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