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Bäume am Krückau-Wanderweg : Keine Einigung mit Behörden

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Nabu-Vorsitzende Dürnberg wendet sich an das Kultusministerium: Von einer Einigung mit der Kreisverwaltung und Wasserverband Krückau könne keine Rede sein.

Nachdem in der vergangenen Woche bei Kreisverwaltung und Wasserverband Krückau bereits von einer Einigung die Rede war (EN berichtete) schlägt der Naturschutzbund Elmshorn (Nabu) um seinen Vorsitzenden Hans Helmut Dürnberg nun im Kultusministerium Alarm. In dem Bereich zwischen alter B 5 und Kölln-Reisiek sollen auf drei Teilabschnitten à 50 Meter Bäume und Sträucher, die in die Krückau wachsen, zurückgeschnitten werden. Der Nabu ist gegen die Maßnahmen. Eine Einigung oder gar ein Kompromiss sei aus Sicht der Naturschützer auf einem Ortstermin in der vergangenen Woche in keiner Weise zustande gekommen.

Die Argumente, die Nabu und Bund vorgetragen haben, um Weiden und Sträucher, die in die Krückau wachsen, zu erhalten, seien, so Dürnberg, unbeeindruckt und vollkommen ergebnislos an den Vertretern der Behörden und Verband abgeprallt.

Die Zweige, so Dürnberg, erfüllten in vielerlei Hinsicht ihren Zweck. Beispielsweise würden in die Krückau reichende Weiden in erheblicher Form Sand und Schlamm zurückhalten. „Doch gerade diese Zweige sollen nun entfernt werden. Der Schlamm dürfte dann in kurzer Zeit im Elmshorner Hafenbecken landen, was die Stadtentwässerung nicht gerade begeistern wird“, so Dürnberg. Die Maßnahmen seien schädlich für das System. „Die machen hier was sie wollen, so wie sie es immer gemacht haben.“

Ähnlich widerspruchsvoll hätten sich die Argumente der Eingreifer auch in anderen fließgewässerrelevanten Bereichen gestaltet: „Sodass sich bei uns immer stärker der Eindruck verfestigen musste, dass die Behördenvertreter mit den wegweisenden und zukunftsbezogenen Anforderungen des Landeswassergesetzes und der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie doch überfordert sind oder dass ihnen zumindest Mut und Durchsetzungswille fehlen, um sich diesen neuen Herausforderungen konstruktiv zu stellen“, sagte der Nabu-Vorsitzende.

„Der diesen Gesetzen innewohnende innovative Ansatz zur Regeneration unserer Fließgewässer wurde von den Behördenvertretern nicht einmal in Ansätzen wahrgenommen, sodass von einem zufriedenstellenden Kompromiss leider nicht die Rede sein kann.“

Wasserverband und Kreisbehörden hatten während einer Begehung am 3. Janua Handlungsbedarf festgestellt. Zahlreiche Bäume zwischen Ufer und Wanderweg ragen weit in den Fluss hinein. Um Verstopfungen in der Krückau und Überschwemmungen zu vermeiden, soll auf einem 800 Meter langen Bereich, Bäume zurückgeschnitten werden. Dass eine Gefahr für die Uferbereiche durch Hochwasserbesteht, zweifelt der Nabu an.

Dürnberg kündigte deshalb nun an, sich an die Landesbehörden zu wenden: „Der Nabu Elmshorn wird daher in geeigneter Form Rücksprache mit dem zuständigen Landesministerium aufnehmen und um eine Stellungnahme bitten, wie der offenkundige Widerspruch zwischen den politischen und juristischen Verlautbarungen und dem konträren Vorgehen vor Ort aufgelöst werden kann.“

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erstellt am 29.Jan.2014 | 16:00 Uhr

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