Elmshorn : Kein Respekt vor der Totenruhe

<p>Tannenzweige sind im Herbst und Winter beliebt als Grabschmuck. </p>

Tannenzweige sind im Herbst und Winter beliebt als Grabschmuck.

Auf den Elmshorner Friedhöfen werden immer wieder Blumen gestohlen.

shz.de von
24. November 2015, 10:53 Uhr

Elmshorn | „Das nenne ich Grabschändung. Da habe ich keinerlei Verständnis für.“ Ein Besucher des evangelischen Friedhofs schüttelt empört den Kopf. Immer wieder verschwinden von den Gräbern auf den Elmshorner Friedhöfen einzelne Blumen, Sträuße und Gestecke. Dabei geht es nicht um große finanzielle Werte. Aber  was die Bürger an den Diebstählen so aufregt, ist  die Pietätlosigkeit, „einen Toten zu beklauen“, wie eine Frau sagt. Eine Freundin von ihr schmückt das Grab ihrer Eltern gerne mit besonders aufwändig gestalteten Blumentöpfen und wechselt sie zu jeder Jahreszeit. „Die Blumen sind schon mehrfach in diesem Jahr vom Grab verschwunden“, sagt die regelmäßige Friedhofs-Besucherin. „Offenbar wissen die Diebe, wo sie gucken müssen.“

Auch die Verwalter der kirchlichen und städtischen Friedhöfe bestätigen, dass immer wieder Blumen von den Gräbern geklaut werden. „Das ist wohl meistens für den eigenen Bedarf“, sagt Olaf Rastelbauer vom evangelischen Friedhof. „Ich bin aber froh, dass sich die Diebstähle bei uns, im Vergleich zu anderen Friedhöfen, noch in Grenzen halten.“

Die Polizei wisse Bescheid, „aber vielmehr, als ab und zu bei uns Streife zu laufen,  können die auch nicht machen.“ Sein Kollege Hermann Stieler vom städtischen Friedhof sieht das ähnlich. „Wir können den Friedhof schlecht kameraüberwachen.“

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