Kein legaler Weg unter der Brücke

Die Unterführung an der Wittenberger Straße darf nicht genutzt werden. Die „lichte Höhe“ ist nicht ausreichend.
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Die Unterführung an der Wittenberger Straße darf nicht genutzt werden. Die „lichte Höhe“ ist nicht ausreichend.

Unterführung an Wittenberger Straße gesperrt / Kreis stellt im Herbst Bedarfsampel für sichere Querung auf

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06. Juni 2018, 16:23 Uhr

Genervte Bürger sprechen von einer Provinzposse, gar von einem Schildbürgerstreich. Auch FDP-Fraktionschef Jens Petersen ist sauer über die Schließung des Fuß- und Radwegs unter der neu gebauten Krückaubrücke an der Wittenberger Straße in Elmshorn (die EN berichteten). Im Sinne der Bürgerfreundlichkeit hätte der Weg unter der Brücke wieder hergestellt werden müssen.

Doch Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje zog so manchem Brücken-Kritiker den Zahn – und zwar mit Argumenten. Schon vor dem Brückenneubau sei der Weg unter der Brücke in unzulässiger Weise genutzt worden. Die Höhe müsste 2,50 Meter betragen. Sie liegt aber nur bei 2,31 Metern. Der Kreis als Eigentümer und Bauherr sei in der Haftung, wenn etwas passiere.

Um die Unterführung für Radfahrer und Fußgänger freizugeben, hätte die Brückenkonstruktion anders aussehen, höher gebaut werden müssen. „Die Rampen wären dann fast bis zur Kreuzung Kaltenweide gegangen.“ Technisch gar nicht umsetzbar. Die Baukosten hätten sich laut Hatje um eine Million Euro erhöht. Damit nicht genug. Die Vollsperrung der Wittenberger Straße – eine der wichtigsten Verkehrsadern für Elmshorn und das Umland – hätte sich auf zwei bis drei Jahre verlängert. Der Bau einer Behelfsbrücke wäre nötig gewesen, denn die alte Brücke war einsturzgefährdet. „Und das in einem Landschaftsschutzgebiet“, sagte Hatje im Ausschuss für kommunale Dienstleister. Die Unterführung hätte zudem durch einen Trog vor Hochwasser geschützt werden müssen. „An die Stadt wurden in der Vergangenheit bereits Schadenersatzansprüche gestellt, weil jemand in die Krückau gefallen ist.“

Laut Hatje hätten alle vernünftigen Menschen beim Kreis und der Stadt Elmshorn gemeinsam über den Brückenbau entschieden – mit der Konsequenz, dass die Unterführung nicht genutzt werden kann.

Die Stadt Elmshorn hat die Zuwegung zur Brücke auf dem Krückauwanderweg bereits abgesperrt. Laut Petra Langefeld, Amtsleiterin im Flächenmanagement der Stadt, wird die kleine Holzbrücke, die auf dem Weg zur großen Krückaubrücke passiert werden muss, abgerissen. Sie ist marode. Damit ist der Weg zur Unterführung endgültig unterbrochen.

Kreissprecher Oliver Carstens bekräftigt die Aussagen der Stadt Elmshorn: „Die neue Brücke höher zu bauen war aus technischen Gründen, aus Zeitmangel und aus Kostengründen schlichtweg nicht möglich. Darüber hinaus wäre bei einem größeren Bau auch ein Planfeststellungsverfahren nötig geworden, dann mit den entsprechenden zeitlichen Verzögerungen.“

Um die sichere Querung der viel befahrenen Wittenberger Straße zu gewährleisten, wird der Kreis zusätzlich eine Bedarfsampel aufstellen. Sie soll laut Carstens im Herbst 2018 aufgestellt werden.

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