Ausstattung : „Karin“ ist die Neue bei der DLRG: Wasserretter weihen in Kollmar neues Motorrettungsboot ein

„Karin“, geschmückt mit gelben Schleifen, in ihrem Revier, der Unterelbe vor Kollmar.
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„Karin“, geschmückt mit gelben Schleifen, in ihrem Revier, der Unterelbe vor Kollmar.

Die DLRG fährt die ersten Runden mit ihrem neuen Motorrettungsboot. Die Gesamtkosten für liegen bei 74.000 Euro.

shz.de von
28. Mai 2018, 12:00 Uhr

Kollmar | Wie fährt es sich denn im neuen Boot? „Läuft“, Nadia Ulrich kleidet ihr großes Lob in eine schlichte Formulierung. „Ich bin ja schon bei 120 PS mitgefahren, aber das ist noch besser“, findet die junge Frau. Kein Wunder, „Karin“ hat satte 200 PS, mit denen das Motorrettungsboot an die 80 Stundenkilometer schnell übers Wasser fahren kann.

Mit ihren Fahrgästen lassen es die Mitglieder der Elmshorner DLRG am Samstag langsamer angehen. Der Stolz auf ihr neues Boot ist den Wasserrettern anzusehen. Dass Vertreter von Stadt und Politik abgesagt haben, kommentiert Elmshorns DLRG-Vorsitzender Olaf Ulrich knapp: „Selbst schuld, dann können Sie nicht mitfahren.“

Boote werden immer größer

Rund 50 Vertreter von DLRG-Vereinen in Glückstadt, Barmstedt und Stade, von den Hilfsorganisationen DRK und ASB sowie der Elmshorner Feuerwehr sind an den Kollmaraner Hafen gekommen, um das neue Prachtstück in Augenschein zu nehmen und auszuprobieren. „Länger, größer, stärker schneller – und teurer“ als der Vorgänger ist Karin. Olaf Ulrich erklärte den Grund: „Unsere Gegner sind größer geworden“, sprich: die Boote in Not; außerdem habe die Strömung in der Elbe zugenommen und die Anforderungen an die Wasserrettung.

14 Bootsführer stehen bei der DLRG bereit, um mit ihr auf die Elbe zu fahren. Die meisten Einsätze bestehen in technischer Hilfeleistung, erläutert Alexander Gierke, technischer Leiter Einsatz bei der DLRG: Segler auf Grund, Segler auf Leitdamm, Motorboot mit Motorschaden nennt er als typische Szenarien. Routine für die Elmshorner DLRG – und damit jetzt auch für Karin – ist der Wachdienst in Kollmar. Die Ortsvereine aus Elmshorn, Barmstedt, Uetersen und Pinneberg teilen sich die Wochenenden von Mai bis September. Außerdem wird die DLRG alarmiert, wenn im Rahmen des Katastrophenschutzes Wasserrettung gefragt ist.

Gesamtkosten von 74.000 Euro

Karin kommt gerade rechtzeitig ins Wasser, berichtet Olaf Ulrich: Das alte DLRG-Boot „Lütt’n“ ist vor drei Wochen mit einem Riss im Heckspiegel ausgefallen. Lütt’n war 23 Jahre lang im Einsatz und übertraf die Lebenserwartung deutlich. Trotzdem tat sich die DLRG schwer mit einem Nachfolger: Trotz Zuwendungen von Privatleuten, Firmen und der Arthur-und-Gertrud-Rothermann-Stiftung kam nicht genug Geld zusammen. Bis die DLRG im vergangenen Frühjahr die größte Einzelspende ihrer Geschichte bekam; zum Dank durften die Spender den Namen bestimmen. Insgesamt gab der Verein 74.000 Euro für Karin aus.
 

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