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Elmshorner Nachrichten

20. September 2017 | 00:44 Uhr

Elmshorn : Kampf gegen die Verödung der City

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

„Vitale Städte 2014“: Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung reagieren auf schlechte Bewertung der Elmshorner Innenstadt.

shz.de von
erstellt am 01.Jun.2015 | 15:00 Uhr

Elmshorn | „In Elmshorn besteht unmittelbar Handlungsbedarf zur Verbesserung der Attraktivität der Innenstadt“ – so lautete die auf die Krückaustadt fokussierte Kernaussage der Untersuchung „Vitale Städte 2014“ durch das IHF (Institut für Handfelsforschung GmbH Köln). Diese Erhebung, die vor kurzem beim „1. Innovationstag Handel in Elmshorn“ vor zahlreichen Vertretern aus der örtlichen Geschäftswelt, Politik und Wirtschaft in der Nordakademie vorgestellt wurde (wir berichteten), löste einiges an Stirnrunzeln bei den Anwesenden aus. Kein Wunder, denn viele Faktoren, die für dieses bedenkliche Fazit verantwortlich sind, wurden exakt benannt. So wurden die Bereiche „Erlebnischarakter“ und „Freizeitangebot“ für die Elmshorner City als besonders negativ bewertet, und auch die Punkte „Vielfalt und Angebot der Geschäfte“ und „Gastronomieangebot“ rangierten deutlich unter dem Durchschnitt der insgesamt 62 bundesweit untersuchten Städte. Doch ganz neu waren und sind diese Erkenntnisse nicht.

„Die Ergebnisse der IHF-Erhebung decken sich mit den Forschungsergebnissen der gemeinsamen Studie der Stadt Elmshorn und der Nordakademie im Rahmen der Markenentwicklung der Stadt Elmshorn. Sie kommen deshalb nicht überraschend“, betont Thomas Becken von der Wirtschaftsförderung im Elmshorner Rathaus. Allerdings seien die Ergebnisse solcher Studien immer hilfreich, weil sie – so Becken – „entscheidend den Handlungsdruck erhöhen“. Auf die erneute Kennzeichnung der Gefahr, dass die Elmshorner City schlimmstenfalls verödet, soll nun also nachhaltig reagiert werden. Das zumindest haben sich Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing jetzt fest vorgenommen. Als erster Schritt wurde daher bereits eine Auswertung des „Innovationstages Handel in Elmshorn“ vom 21. Mai veranlasst, wobei 27 Prozent der Teilnehmer dieser Veranstaltung dem Stadtmarketing eine direkte und umfangreiche Rückmeldung gegeben haben. „Der Verein freut sich sehr über die hohe Feedback-Quote und besonders auf die mit der Note 1,4 sehr gute Bewertung der Veranstaltung. Es gab außerdem viele gute Anregungen und Ideen für die Fortsetzung dieser Veranstaltungen“, erläutert der Stadtmarketing-Vorsitzende Marc Ramelow. Das Stadtmarketing plane nun, die Entwicklung eines Workshops mit Praxisbeispielen und Konzeptideen rund um das Thema „Digitalisierung“ für alle Interessierten im Herbst 2015 einzuleiten sowie die Fortsetzung der Veranstaltungsreihe mit einem zweiten Innovationstag in 2016. Außerdem soll die Untersuchung „Vitale Innenstädte 2014“ ausgewertet und mit der „Markenstudie“ der Nordakademie aus 2014 abgeglichen werden.

„Bestehende Defizite und mögliche Lösungsansätze werden aus Sicht der Befragten zusammengestellt. Diese Analyse soll im Laufe des Sommers mit Verwaltung und Politik besprochen werden“, so Ramelow. Die Chancen, dass eine Kehrtwende in der Entwicklung der Innenstadt eintritt, seien laut Ansicht von Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung im Hinblick auf die kommenden Jahre überaus groß, denn im Rahmen des bereits laufenden Stadtumbaus nehme die Innenstadt schließlich eine gewichtige Rolle ein. „Verbesserung der Aufenthalts- und Erlebnisqualität sind zentrale Anliegen des Programms ,Stadtumbau West’. Die Stadt Elmshorn hat daher die einmalige Chance, große Teile der Innenstadt rund um den Buttermarkt neu und vor allem attraktiver zu gestalten“, so Becken.

Dieser komplexe Prozess werde dauern und viel Geld kosten. „Doch am Ende wird die Stadt enorm gewinnen“, ist sich der Wirtschaftsförderer sicher. Parallel könne durch viele kleinere Maßnahmen wie zum Beispiel durch Veranstaltungen (Lichtermarkt, Musiknacht) oder auch gestalterische Maßnahmen der PACT-Initiativen die Anziehungskraft der Innenstadt weiter ausgebaut werden. Allerdings sei es unbedingt erforderlich, den Branchenmix in der City immer wieder zu thematisieren. „Dabei müssen Eigentümer, Stadt, Stadtmarketing ganz eng zusammen arbeiten und gemeinsam nach sinnvollen Lösungen suchen. Der Erfolg wird sich dann aber mit Sicherheit einstellen“, betont Becken.

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