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So klappt es mit dem Fahrrad : Junge Migranten in Elmshorn lernen das richtige Verhalten im Straßenverkehr

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Nicht alle haben in ihrem Heimatland eine fundierte Schulbildung genossen. Und noch etwas fehlt: Kenntnis über die Verkehrsregeln.

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2015 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Herbert Tiedemann zeigt auf das Fahrrad, dann auf das Schild und schüttelt zum Schluss den Kopf. „Das Fahrradfahren ist in der Fußgängerzone nicht erlaubt“, erklärt der Polizist. Seine jugendlichen Zuhörer scheinen verstanden zu haben, als ein junger Mann mit Skateboard vorbeifährt. „Ist das denn erlaubt?“, fragt ein Jugendlicher. Tiedemann nickt.

Die Frage nach dem Skateboard in der Fußgängerzone dürfte auch von vielen, die in Deutschland aufgewachsen sind, nicht richtig beantwortet werden. Die Gruppe, mit der Tiedemann unterwegs ist, kommt aber nicht aus Deutschland.

Die Jugendlichen gehören zur DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) der Bismarckschule. Seit Oktober lernen die Schüler hier gemeinsam die deutsche Sprache. Fast alle Schüler seien Flüchtlinge, erzählt Klassenlehrerin Katja Förster. Die Klasse besteht aus zwölf Schülern, die zwischen elf und 16 Jahre alt sind. Nicht alle haben in ihrem Heimatland eine fundierte Schulbildung genossen. Und noch etwas fehlt: Kenntnis über die Verkehrsregeln. Aber genau das kann gefährlich werden. Klassenlehrerin Förster hat deshalb bei der Stadtwache um Hilfe gebeten. „Wir sind da unkompliziert und haben gleich zugesagt, dass wir mal vorbeikommen“, sagt Jan Strüben, der zusammen mit seinem Kollegen Tiedemann die Klasse besucht.

„Erstmal müssen wir feststellen, welche Sprachen hier gesprochen werden“, sagt Tiedemann. Arabisch, Spanisch, aber viele verstehen auch Englisch. Ein Arbeitsblatt mit Verkehrszeichen in unterschiedlichen Sprachen wird ausgeteilt. Aber dann geht es nach draußen. „Wir müssen auf die Straße. Bloßer Theorieunterricht ist wenig hilfreich bei den Schülern“, erklärt Strüben.

Die Verkehrserziehung in Deutschland beginnt hier im Kindergarten. Schon in diesem Alter wird Kindern beigebracht, was die Verkehrsschilder bedeuten und wie die wichtigsten Regeln lauten.

In den Heimatländern der DaZ-Schüler sieht es oft anders aus. Das könnte zu Problemen führen, ist sich Lehrerin Förster sicher. Auf die Idee, bei der Stadtwache anzufragen, kam sie, als sie einige ihrer Schüler beim Fahrradfahren beobachtet hatte. „Wir fangen bei Null an und sehen mal, wie es weitergeht“, sagt Strüben.

Aber schon während des ersten Treffens wird klar, dass mit einem einmaligen Gang durch die Stadt nicht alle Regeln erklärt und alle Fragen beantwortet werden können. Noch auf dem Weg vereinbaren Klassenlehrerin und Polizist Tiedemann daher, diese Treffen nun häufiger zu veranstalten. Verkehrserziehung gibt es von nun an jeden Mittwoch in der fünften Stunde.

Zum Schluss zeigen Tiedemann und Strüben den Schülern noch einen wichtigen Anlaufpunkt: „Wir gehen noch an der Elmshorner Stadtwache vorbei. Dann wissen die Kinder, wo sie hin müssen, wenn sie mal Probleme haben“, sagt Strüben.

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