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Ausstellung „Alles was ist“ : Junge Kunst im alten Automaten

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Elmshorner Industriemuseum zeigt eine außergewöhnliche Ausstellung.

Elmshorn | „So einen kenne ich noch aus meiner Schulzeit.“ Früher zog der Besucher aus einem solchen Lebensmittelautomaten Margarine, erzählt er. Der Automat, vor dem er steht, stammt aus den 1960-er Jahren; oben steht in Schreibschrift: „Selbstbedienung“, er bietet 27 beleuchtete Fächer mit gläsernen Vorderseiten und Schlitze zum Einwerfen von Münzen. In den Fächern befinden sich allerdings keine Lebensmittel, sondern Kunst: Zettel mit Notizen oder Anleitungen, ein Vogelnest oder auch ein Blatt mit einem QR-Code: Wer den mit seinem Smartphone abruft, kommt zu einem Videoclip.

Der Automat steht im Elmshorner Industriemuseum, die Kunst darin stammt aus Kiel: Studenten der Kieler Muthesius Kunsthochschule haben ihn mit ihrem Professor Arnold Dreyblatt bestückt. Der Kunst-Automat gehört zur Sonderausstellung, die am Sonntag im Industriemuseum eröffnet wurde. Sie heißt „Alles was ist“. Zur Eröffnung kamen mehr als 70 Besucher.

Dass Kunsthochschule und Industriemuseum ein gemeinsames Projekt starteten, dafür zeichnen Museumsleiterin Bärbel Böhnke und die Künstlerin Chilli M. Seitz verantwortlich. Seitz hat in Elmshorn bereits im Torhaus und im Industriemuseum Werke präsentiert, und sie hat einen Lehrauftrag bei Muthesius. Dort überzeugte sie Dozenten davon, im Industriemuseum auszustellen. Zustande kam ein Projekt, zu dem zwei Teile gehören. Der eine besteht aus dem Lebensmittelautomaten, den Böhnke „einfach schön“ findet, und den Dreyblatt als „Mini-Museum“ ideal für seine Medienkunst-Studenten fand.

Den zweiten Teil steuerten angehende Industriedesigner bei. Sie befassten sich im zweiten Semester mit dem Thema „Unplugged“. Dabei ging es um „einfache und kluge Alternativen, die ohne Strom aus der Steckdose auskommen“, erläuterte Professorin Bettina Möllring. Das damit angeschnittene Thema Nachhaltigkeit passt zum Konzept des Industriemuseums, und die erklärte Absicht der Macher, zum Mitdenken anzuregen, natürlich auch.

„Pragmatisch und poetisch“ nannte Möllring die Arbeiten ihrer Studenten. Ein Beispiel: Michelle Grüne befasste sich mit der Frage, wie Haare ohne Föhn trocken werden: mit Frottee-Handschuhen oder einer Bürste mit Frottee-Einsatz. „Haare trocknen ist das eine Thema, Styling ein anderes“, kommentierte eine Besucherin kritisch.

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erstellt am 10.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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