Gedenkveranstaltung des Landtags : „Jugendliche sind der Schlüssel für das Gedenken“

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29. Januar 2015, 09:30 Uhr

Elmshorn | Die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 70 Jahren ist Anlass für Politiker, an das Grauen der Nazi-Herrschaft zu erinnern und zu Wachsamkeit zu mahnen.

„Mit der Befreiung endete das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Nach Auschwitz ist nichts mehr wie vorher“, sagte Kreispräsident Burkhard Tiemann. Er zitiert Alt-Bundespräsident Roman Herzog, der in Bergen-Belsen vor 20 Jahren gesagt hatte: „Man ist nicht nur verantwortlich für das, was man tut, sondern auch für das, was man geschehen lässt.“ In einem interreligiösen Gebet mit Landesrabbiner Dov-Levy Barsilay sagte Weihbischof Hans-Jochen Jaschke mit dem Apostel Paulus: „Wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.“

Landtagspräsident Klaus Schlie wendet sich an die Jugendlichen: „Wie können wir an die Verbrechen der NS-Zeit erinnern, wenn die Zahl der Zeitzeugen immer kleiner wird? Gerade junge Menschen werden der Schlüssel für die Zukunft eines aktiven Gedenkens sein.“ Der Elmshorner Bürgervorsteher Karl Holbach sagte: „Es ist wichtig, dass sich gerade die jungen Menschen einbringen.“

Das taten sie. Das Rahmenprogramm wurde von Elmshorner Schülern gestaltet. Johanna Schmieding und Lukas Huckfeld von der Erich- Kästner-Schule  moderierten die Gedenkfeier. Eine Streicherklasse der Elsa-Brändström-Schule spielte „Ade Kamerad“ und „Theresienstadt“ der Komponistin Ilse Weber. Das Kammer-Ensemble der Bismarckschule trat mit den Klezmer-Stücken „Der Heyser Bulgar“ und „Bay a Glezele Maske“ auf. Die Klasse 6b der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule führte einen Tanz zum Lied „Hewenu shalom alechem“ auf. Leibniz- Schüler spielten das Theaterstück „Der Junge im gestreiften Pyjama“, in dem Kommandanten-Sohn Bruno zu seinem Freund Schmul hinter den Zaun eines Lagers schlüpft. Bismarck-Schüler präsentierten Funde aus ihrem Schularchiv, welche Gleichschaltung und Führerprinzip dokumentieren. Schüler der Boje-C.-Steffen-Schule trugen das Gedicht „Ein Koffer spricht“ von Ilse Weber vor, Kästner-Schüler zeigten die szenische Kollage „Eine solche Phantasie hat niemand besessen“ und die Band Five to Five der Kästnerschule spielte das Ärzte-Rockstück „Schrei nach Liebe“.

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