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Sie üben wie die Großen : Jugend-Feuerwehrleute aus Elmshorn, Schenefeld und Wittenberge übten gemeinsam den Ernstfall

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Explosion in einer Autowerkstatt, zehn Vermisste und viel Rauch: Mit diesem Szenario sahen sich am Sonnabend bei ihrer großen Übung 60 Jugend-Feuerwehrleute in Elmshorn konfrontiert.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2017 | 13:00 Uhr

Elmshorn | Sven Kleinworth und Josephine Schwier aus Elmshorn haben im dichten Qualm einen Verletzten gefunden. Kleinworth spricht ihn durch seine Atemschutzmaske an, schnell steht fest: Ein Bein klemmt unter einer metallenen Rampe. Der Schenefelder Trupp wird herbeigeholt, die Kameraden haben ein Hebekissen samt Zubehör dabei. Kleinworth bleibt bei dem Verletzten und redet mit ihm − über sein Lieblingsessen, aber das ist nebensächlich. Hauptsache, er spürt, dass jemand bei ihm ist und ihm hilft. Um sie herum werden Hölzer ausgelegt, Druckluft angeschlossen und die schwere Rampe schließlich vorsichtig angehoben.

Explosion in einer Autowerkstatt, zehn Vermisste und viel Rauch: Mit diesem Szenario sahen sich am Sonnabend bei ihrer großen Übung 60 Jugend-Feuerwehrleute in Elmshorn konfrontiert. Rund die Hälfte von ihnen stammte aus Elmshorn, je 15 waren aus Schenefeld und Wittenberge gekommen. Als Verletzte waren zehn Mitglieder der Jugend-Feuerwehr aus Hohenaspe gekommen.

Die Wittenberger waren das ganze Wochenende zu Besuch in ihrer Partnerstadt Elmshorn und bekamen ordentlich zu tun: Am Freitagabend mussten sie sich um einen Verkehrsunfall kümmern, am Sonnabend zunächst um die Explosion in der Werkstatt. Für den weiteren Tagesverlauf standen für die Nachwuchsretter noch eine Schachtrettung und die Rettung einer Person aus dem Wasser auf dem Übungsprogramm.

Die Elmshorner und Wittenberger kamen mit Blaulicht von der Feuerwache Süd zum Übungsszenario im Industriegebiet Nord, die Schenefelder hatten ihren Einsatzbefehl auf einem Parkplatz in der Nähe abgewartet. „Unsere Aufgabe ist, das Gebäude zu löschen“, erklärte Gruppenführerin Jil-Lane Landwehr aus Schenefeld. Beim Innenangriff solle das Feuer gelöscht und Personen gerettet werden, erläuterte die junge Frau. Ihre Bilanz nach einer guten Stunde Einsatz: „Alles gut gelaufen, nur: Jemand ist nass geworden“, eine Ungeschicklichkeit beim Löschen. Und das Funken klappte nicht, Landwehr hörte ihre Anrufe nicht. Bei dem Lärm hätten sie wohl ihr Gerät lauter stellen müssen.

Lena Kauffenberger (l.) aus Wittenberge und Sven Kleinworth aus Elmshorn bringen die „Verletzte“ Monja Maaß in Sicherheit.
Lena Kauffenberger (l.) aus Wittenberge und Sven Kleinworth aus Elmshorn bringen die „Verletzte“ Monja Maaß in Sicherheit. Foto: Jann Roolfs
 

„Vor allem für die Einsatzleiterin ist das eine große Geschichte“, betonte Kai Schoer, der Jugendwart der Elmshorner Feuerwehr, der sich die Übung ausgedacht hatte. 60 Jugend-Feuerwehrleute, rund 20 Erwachsene, diverse Fahrzeuge, Blaulicht, Qualm, Schlauchstrecken auf dem Hof, Schaulustige – die Atmosphäre kam einem realen Einsatz ziemlich nahe.

Sven Kleinworth und Lena Kauffenberger haben inzwischen eine weitere Verletzte aus dem Qualm ins Freie geholt. Die junge Frau stützt sich auf die beiden jungen Feuerwehrleute. Die beiden Elmshorner bugsierten das Opfer unter gutem Zureden zu einem Feuerwehr-Transporter. Ein erfahrener Feuerwehrmann instruiert die Jugendlichen knapp: „Absetzen und dem Rettungsdienst überlassen.“

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