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Violinist aus Elmshorn : Jonas Machatzke spielt in der Elbphilharmonie

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Musiker Jonas Machatzke (20) ist Violinist bei den Norddeutschen Jungen Philharmonikern und tritt Sonnabend in Hamburg auf.

Elmshorn | Für die meisten ist es schon schwierig genug, als Zuschauer in die Elbphilharmonie zu kommen. Jonas Machatzke dagegen steht dort am Sonnabend sogar auf der Bühne des großen Saals. Der 20-jährige Elmshorner spielt als Violinist bei der Jungen Norddeutschen Philharmonie – und die begleitet die drei Finalisten des Nachwuchs-Instrumentalwettbewerbs „Tonali“ beim Abschlusskonzert in der Elbphilharmonie.

„Ich freue mich schon sehr darauf“, sagt Machatzke. „Der Klang soll unglaublich sein – und dazu kommt noch diese Intimität, keiner der Zuschauer sitzt weiter als 30 Meter von der Bühne entfernt.“ In die Vorfreude mischen sich allerdings auch ein paar ungute Gefühle. Denn: Die Elbphilharmonie liegt in einer der beiden Sicherheitszonen des G-20-Gipfels. Einen Tag vorher findet hier das große Konzert für die Staatsgäste statt und ein Teil der Teilnehmer aus Saudi-Arabien wird sich im Westin-Hotel des Konzerthauses einquartieren. „Es wird strenge Kontrollen geben und wir müssen uns ausweisen“, berichtet Machatzke. Einige Orchestermitglieder hätten aus Sorge ihre Teilnahme schon abgesagt. „Es wird auf jeden Fall spannend werden – hoffentlich passiert nichts“, sagt Machatzke.

Seine musikalische Laufbahn begann Jonas Machatzke ungewöhnlich spät, nämlich erst im Alter von 11 Jahren, als er auf die Elsa-Brändström-Schule wechselte. Eine Lehrerin erkannte sein Talent und vermittelte ihn für die weitere Förderung an eine Geigenlehrerin. Parallel spielte Jonas Machatzke schon bald in mehreren Orchestern, zunächst im Schulorchester, später dann auch im Jugendsinfonieorchester Pinneberg, das er heute als Konzertmeister leitet. Dazu kamen Gastauftritte mit anderen Orchestern. „Der erste Auftritt mit dem Haydn-Orchester in der Laeisz-Halle war etwas Besonderes“, erinnert sich Machatzke. „Damals war ich mit 17 mit Abstand der Jüngste. Inzwischen ist es für mich fast schon normal, in den großen Konzertsälen zu spielen“.

Die Landesjugendorchester in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen nahmen den jungen Musiker auf, später auch die Norddeutschen Jungen Philharmoniker, bei denen etwa 100 Bewerbungen aus ganz Deutschland auf einen Platz kommen. „Das ging alles relativ schnell“, erinnert sich Machatzke. Der Erfolg kam allerdings nicht von selbst, zusätzlich zu dem Talent, das ihm in die Wiege gelegt worden ist, übt er bis zu sechs Stunden und mehr – pro Tag.

Aber es lohnt sich ganz offensichtlich: Als Mitglied der Norddeutschen Jungen Philharmonie reiste Machatzke nach Shanghai und trat dort in der renommierten Shanghai Concert Hall auf. „Das war etwas ganz anders “, erinnert sich der 20-Jährige. „Dort sind Zugaben gänzlich unbekannt. Wir gaben am Ende trotzdem eine. Davon war der Veranstalter alles andere als begeistert, aber das Publikum hat gejubelt.“ In zwei Wochen geht Machatzke mit den Jungen Norddeutschen Philharmonikern auf Tournee durch Norddeutschland – und tritt unter anderem noch einmal in der Elbphilharmonie auf. „Wir spielen Gustav Mahlers siebte Sinfonie“, sagt Machatzke. „Das ist eine der schwersten Werke überhaupt.“ Aber je mehr er sich mit einem Werk beschäftige, um so mehr fasziniere es ihn. Mit Popmusik kann Machatzke nicht viel anfangen, das war schon als Kind so. „Klassische Sinfonien sind so viel komplexer und besser durchdacht“, sagt er. In seiner Schulklasse fand Machatzke dafür wenig Verständnis. „Das ist bei den Orchestern ganz anders“, erklärt Machatzke. „Dort lieben alle Musik und sind unglaublich begeisterungsfähig.“

Im September beginnt Jonas Machatzke ein Musikstudium an der Universität in Hannover, eine der angesehendsten Hochschulen in diesem Bereich. Er studiert erst einmal auf Lehramt. Jedoch: „Mein Traum ist es, Orchestermusiker zu werden.“

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