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Elmshorner Nachrichten

18. August 2017 | 15:22 Uhr

jfs HSV

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Geht es nach dem Wunsch von tausenden HSV-Fans, steht André Hölck morgen beim Auswärtsspiel gegen die TSG Hoffenheim in der Startaufstellung. Der Sparrieshooper hat sich via Facebook beim Hamburger SV als Lizenzspieler beworben – und mit seiner ironischen Kritik am Fußball-Bundesligisten viele Sympathien gewonnen. Mehr als 6000 „Gefällt mir“-Angaben hat die nicht ganz ernst gemeinte Bewerbung auf der Facebook-Seite des Vereins schon erhalten. Unsere Zeitung traf den kommenden HSV-Star jetzt zum Gespräch.

„Ich bin erstaunt über die Resonanz. Die Rückmeldungen sind eigentlich alle positiv“, sagte Hölck. In der Startaufstellung wird er morgen aber nicht stehen. Denn eine Rückmeldung des Bundesliga-Dinos hat der 37-Jährige aus Klein Offenseth-Sparrieshoop noch nicht erhalten. Auf Anfrage dieser Zeitung zeigte der HSV aber, dass er auch in der derzeitigen Situation noch Spaß versteht. „Wir schenken Herrn Hölck ein mit seinem Namen bepflocktes Trainingstrikot, damit er sich fit halten kann“, versprach Pressesprecher Jörn Wolf gestern. Von einer Verpflichtung würde der Club aber absehen.

Wie kam Hölck überhaupt auf die ungewöhnliche Idee? „Ich habe am Sonntag bei minus acht Grad beim 0:3 gegen Schalke auf der Tribüne gefroren – und war einfach sauer über die Einstellung der Profifußballer. Auf der Rückfahrt kam mir dann die Idee“, erzählte er. Sein Hauptanliegen sei es gewesen, ironisch und witzig Kritik zu üben. Das ist ihm gelungen.

Seine Initiativ-Bewerbung hat Hölck direkt an HSV-Sportchef Oliver Kreuzer adressiert. Auch wenn die Planungen für die Rückrunde bereits abgeschlossen seien, bittet der Sparrieshooper darin, ihm eine Chance zu geben. Als Hobby-Kicker habe er in Kreisliga und Kreisklasse für den TSV Sparrieshoop II und den Voßlocher SV Erfahrung sammeln können. „Ich habe gelernt, für meine Mannschaft zu kämpfen, nie aufzustecken und alles zu geben. Diese Attribute fehlen Ihrer Mannschaft momentan und ich denke, dass ich mit meiner Erfahrung und Einstellung die Mannschaft bereichern kann“, schreibt Hölck in der Bewerbung. Er glaube den „momentan geringen Anforderungen gewachsen zu sein“. Und das Beste: Da er seit längerem kein Punktspiel bestritten habe, wäre er auch sofort verfügbar. Und ums Geld müsste sich der klamme Club auch keine Sorgen machen. Seine Aufwandsentschädigung könne der Verein aus der Portokasse zahlen. „Es geht mir eigentlich nur um die Ehre.“

Hölck ist Stürmer. Eine Position, auf der es beim HSV nach den Ausfällen von Pierre-Michel Lasogga und Maximilian Beister eigentlich dringenden Handlungsbedarf gibt. Und der Hobby-Kicker, der seine Schuhe vor zwei Jahren an den Nagel gehängt hat, weiß, wo das Tor steht. In seiner Amateurkarriere hat er mehr als 300 Tore erzielt – und die beiden bedeutendsten sogar gegen den FC St. Pauli. Das war 2002 als Hölck mit Voßloch gegen die Altliga vom Kiez spielte. Bei der 4:5-Niederlage gegen Walter Frosch, Dieter Schlindwein und Co. gelang ihm ein Doppelpack.

Hölck ist seit frühester Kindheit HSV-Fan. Er verfolgt jedes Spiel entweder im Stadion oder zu Hause vor dem Fernseher. Zu einem möglichen Abstieg des Bundesliga-Dinos sagte der verheiratete Vater von drei Kindern: „Schweren Herzens wäre es wohl mal ganz gut – in der zweiten Liga könnte man einen Neuanfang machen.“

Sollte es mit der Profikarriere jetzt doch nicht klappen, muss sich der Familienvater keine Sorgen machen. Denn ein Angebot liegt ihm schon vor. Bernhard Schwarz, Trainer der Bezirksligaelf seines Heimatvereins TSV Sparrieshoop will ihn ins Team holen. Doch Hölck lehnte dankend ab. „Leider machen meine Knie nicht mehr mit.“ Und so wird er weiterhin hauptberuflich im Verkauf der Firma Hörmann in Kaltenkirchen arbeiten und ehrenamtlich die 2. F-Jugend beim TSV trainieren.

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erstellt am 31.Jan.2014 | 11:49 Uhr

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