zur Navigation springen

Nach dem Betrugsskandal : Jetzt stellt die Stadt den Krisenplan vor

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Rathaus-Neubau ist auf Eis gelegt. Großprojekte wie die KGSE laufen weiter.

Elmshorn | Aufatmen an KGSE, Anne-Frank-Gemeinschaftsschule und Stadttheater: Diese Großprojekte sollen trotz der Personalnot im Gebäudemanagement nach dem Korruptionsskandal in der Elmshorner Verwaltung wie geplant weiterlaufen. Allerdings gibt es auch gravierende Einschnitte. Die Planungen für den Rathaus-Neubau werden ebenso wie viele kleinere Sanierungsmaßnahmen an den insgesamt 70 Liegenschaften der Stadt vorerst auf Eis gelegt. Um die Löcher zu stopfen, die durch die Freistellung von zwei Architektinnen sowie zwei weiterer Mitarbeiter gerissen wurden, kauft die Stadt jetzt auch externe Fachkräfte ein. So sieht der Krisenplan aus, den Stadtrat Dirk Moritz (parteilos) gestern präsentierte.

Der Stadtrat lobt die „tolle Solidarität“, die sich jetzt im Rathaus-Team zeige. „Andere Abteilungen bieten ihre Hilfe an. Das ist wirklich klasse“, so Moritz. Auch innerhalb des Gebäudemanagements sei der Schock gewichen. „Die Kollegen wollen dafür kämpfen, den angekratzten Ruf der Verwaltung wiederherzustellen“, berichtet der Stadtrat.

Die Einschnitte bei laufenden Sanierungen und der Bauunterhaltung seien hart, aber unumgänglich, betonte Moritz. So müssen Vorhaben wie eine neue Heizungsanlage für die Lebenshilfe-Kita in der Käthe-Mensing-Straße und ein neues Fenster-Konzept für die Markthalle warten. Anders seien die Großprojekte nicht voranzutreiben.

Die Leitung des Mega-Projekts Erich Kästner Gemeinschaftsschule (KGSE), das bislang von den im Zentrum der Betrugsvorwürfe stehenden Architektinnen Nicole H. und Inga B. betreut wurde, hat Alexander Kirschmann übernommen. Der Bauingenieur hatte bislang mit einem Kollegen in zweiter Reihe den 36 Millionen Euro teuren Bau betreut. Um ihn herum bündelt die Stadt weitere verfügbare Kräfte, um das größte Schulbauprojekt Schleswig-Holsteins nicht zu gefährden. „Es geht jetzt in die heiße Phase, wir sind im letzten Jahr und wollen weitere Verzögerungen vermeiden“, so Moritz.

Verzögerungen sollen auch beim Theater und beim Bauvorhaben der Anne-Frank-Schule verhindert werden. Beide Projekte werden nun von Architektin Britta Henze betreut. „Die Ausschreibung für die Schulen laufen bereits und die Pläne für die Theater-Sanierung sind zum Glück ebenfalls sehr weit vorangeschritten“, so der Stadtrat.

Auch die Zeitpläne für Pumpwerk-Neubau und Parkdeck-Abriss am Südufer für die Neugestaltung der Entwässerung sollen gehalten werden. Daran hängt schließlich auch der von dem Unternehmen Semmelhaack geplante Um- und Neubau auf dem Areal des ehemaligen Kibek-Hochhauses.

Prominentestes Opfer der Streichliste ist der Rathaus-Neubau. Sämtliche Planungen werden bis auf Weiteres eingestellt. Allerdings: „Wir hoffen, dass es dennoch zu keiner Verschiebung des Zeitfensters kommt. Wir haben gut vorgearbeitet und ein wenig Luft“, so Moritz.

Bei den Skandal-Ermittlungen gibt es keinen neuen Stand. Es dürfte Monate dauern, bis alle Unterlagen ausgewertet sind, die bei der Rathaus-Razzia am vergangenen Mittwoch sichergestellt wurden.

zur Startseite

von
erstellt am 19.Nov.2014 | 10:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen