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Pumpenhaus in Elmshorn : Jetzt sind Ideen gefragt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Erstes öffentliches Gebäude im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen entsteht. Donnerstag haben die Elmshorner Bürger das Wort.

Elmshorn | So wirklich glücklich sind die Politiker nicht. Zwar liegen ihnen von drei Architektenbüros Vorschläge vor, aber wirklich überzeugt hat keiner der Pläne die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung. Und deshalb bleiben bislang viele Fragen offen: Wie soll das neue Pump- und Schöpfwerk auf Vormstegen aussehen? Wie kann die Idee, daraus ein Haus der Technik zu entwickeln, umgesetzt werden? Und wie sollen die beiden oberen Stockwerke genutzt werden?

Zum Hintergrund: Das kleine Pumpwerk für die Abwasserentsorgung steht nach dem Abriss der Parkpalette allein mitten auf dem Südufer des Hafens. Es soll durch einen Neubau am südlichen Rand des Freiraumes Buttermarkt/Hafen ersetzt werden. In dem 31 Meter langen und neun Meter breiten Baukörper sollen nicht nur die Pumpen für das Abwasser, sondern auch ein Schöpfwerk für das Regenwasser installiert werden. Mit der Anlage soll die Gefahr von Überschwemmungen im Süden der Stadt entscheidend verringert werden.

Zusätzlich wird in dem Neubau ein Notstromaggregat für die Pumpen, aber auch für die Stromversorgung des geplanten neuen Rathauses seinen Platz finden. Das Rathaus soll bis zum Jahre 2020 auf der gegenüberliegenden Seite der Straße Vormstegen entstehen und mit seiner Nordfassade in einer Linie mit der Pumpenhausfassade den Platz Buttermarkt/Hafen im Süden einfassen. Deshalb ist laut Rahmenplan auch ein dreigeschossiges Gebäude vorgeschrieben, obwohl die Technik sich nur im Keller und im ersten Stock befinden wird. Komplettiert wird das Haus der Technik mit Versorgungseinrichtungen der Stadtwerke Elmshorn.

Problematische Variante, weil ein Vorsprung des Obergeschosses die Belieferung des Erdgeschosses mit schwerem Gerät erschwert. (Quelle: Amt für Stadtentwicklung Elmshorn)
Problematische Variante, weil ein Vorsprung des Obergeschosses die Belieferung des Erdgeschosses mit schwerem Gerät erschwert. (Quelle: Amt für Stadtentwicklung Elmshorn)
 

Der geplante Neubau ist das erste öffentliche Gebäude, das im Sanierungsgebiet Krückau/Vormstegen entsteht. Die Anlage muss, damit zum Beispiel das neue Kibek-Quartier an die Kanalisation angeschlossen werden kann, so schnell wie möglich fertiggestellt werden – also deutlich früher als der Architektenwettbewerb für das neue Rathaus abgeschlossen werden kann. Ein Baubeginn ist eigentlich schon für den Sommer vorgesehen.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung berät das Thema am Donnerstag, 5. März, öffentlich von 18 Uhr an im Mehrzwecksaal des Rathauses, Schulstraße 15-17, Eingang vom Propstenfeld aus. Die spezielle Öffentlichkeitsveranstaltung beginnt im Anschluss um 19 Uhr im Kollegiumssaal nebenan.

Trotz der zeitlich deutlich getrennten Bauausführungen werden Pumpen- und Rathaus später nebeneinander stehen und architektonisch miteinander korrespondieren müssen. Zusätzlich steht das neue Haus der Technik auf der anderen Seite im direkten Bezug zur Industriearchitektur der südlichen Hafenbebauung (Köllnflockenwerke).

Ein weiteres Problem: Die Stadtentwässerung als Bauherr benötigt nur den Keller und das Erdgeschoss. Aus ihrem Gebührenhaushalt darf sie nicht ohne weiteres zwei Stockwerke mehr finanzieren, nur damit die Maßgabe des Rahmenplanes über eine „klare Kante“ beim Blick vom Buttermarkt in Richtung Süden gewahrt bleibt. Andererseits können im ersten Stockwerk sowie im Staffelgeschoss darüber Räume mit einer exquisiten Lage und wunderbarem Ausblick entstehen. Die Stadt könnte diese Räume selbst nutzen oder auch vermieten. Über eine mögliche Nutzung ist allerdings auch noch nicht entschieden.

Bei diesem Entwurf  stellt die Zeichnung die Lage des geplanten Hauses der Technik gut dar. Das Gebäude ganz links wäre die westliche Ecke des neuen Rathauses an der verlegten Schauenburgerstraße. (Quelle: Amt für Stadtentwicklung Elmshorn)
Bei diesem Entwurf stellt die Zeichnung die Lage des geplanten Hauses der Technik gut dar. Das Gebäude ganz links wäre die westliche Ecke des neuen Rathauses an der verlegten Schauenburgerstraße. (Quelle: Amt für Stadtentwicklung Elmshorn)
 

Es sind also noch jede Menge Ideen gefragt. Und selbstverständlich ist auch nicht alles möglich, was vorstellbar ist: Die Stadtentwässerung hat technische Anforderungen, die bei der Architektur zu berücksichtigen sind. Und: Die wichtigen Ver- und Entsorgungsanlagen im neuen Haus der Technik liegen im Überschwemmungsgebiet der Krückau und müssen möglichst gut gegen Fluten geschützt werden.

Um mit den Bürgern über das Projekt ins Gespräch zu kommen, wird es am Donnerstag eine Öffentlichkeitsveranstaltung im Rathaus geben. Dann werden die Hintergründe zum Rahmenplan Krückau-Vormstegen erläutert sowie die drei Entwürfe zum Haus der Technik vorgestellt. In einer anschließenden Diskussion können die Teilnehmer Anregungen und Empfehlungen geben, die in den weiteren Entscheidungsprozess der Politiker einfließen sollen.

Es ist möglich, sich bereits vorab über die Pläne für das Haus der Technik auch im Detail zu informieren. Der Weg durch das Internet-Angebot der Stadt  ist aber nicht ganz leicht. Hier der Wegweiser: www.elmshorn.de dann unter „Rathaus & Politik“ und Kommunalpolitik auf Ausschüsse klicken, auf „Übersicht der Ausschüsse“ klicken und dann beim Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt unter letzter Sitzung (29. 01. 2015) das gelbe Zeichen TO für Tagesordnung anklicken. In der Tagesordnung findet sich unter dem Top Ö8  „Stadtumbau West – Haus der Technik“ das blaue Zeichen VO für Vorlage. Wer dieses Zeichen anklickt, findet rechts oben unter „Anlagen“ die Architektenentwürfe und die Stellungnahme des Rahmenplanarchitekten als PDF-Dateien.


 

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erstellt am 02.Mär.2015 | 12:15 Uhr

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