Verhandlungen gescheitert : Jetzt schlägt die Stunde des Baggers

Kiosk-Gebäude am Bokeler Freibad wird in der nächsten Woche abgerissen

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16. März 2013, 08:01 Uhr

Bokel | Der Countdown läuft: In der kommenden Woche wird das Bokeler Freibad der Spitzhacke zum Opfer fallen. "Es ist traurig, aber wahr: Alle Verhandlungen sind gescheitert, sodass in der zwölften Kalenderwoche die Bauten vom Bokeler Strandbad abgerissen werden", erklärt Wolfgang Heins, Pressesprecher im Barmstedter Rathaus. Der bestehende Pachtvertrag zwischen dem Amt und dem Eigentümer des Sees läuft zum 31. März aus, und das Areal muss zur Übergabe ordnungsgemäß geräumt sein - das heißt: das Kiosk-Gebäude samt Umkleideräume und alles, was zum Badebetrieb an dieser Stelle gehört, muss entfernt werden. Immer wieder habe sich das Amt Hörnerkirchen gemeinsam mit der Gemeinde Bokel bemüht, diesen letztendlich für die Region als "fatal zu bewertenden Schritt" zu vermeiden, doch es gibt offensichtlich keinen Ausweg mehr.

Ein neuer Pachtvertrag, der nur Sinn macht, wenn er - so Heins - mindestens über fünf Jahre läuft, konnte nicht geschlossen werden. Die Verkaufsabsicht der Familie Erich, Betreiber des Ring-Hotels "Bokel-Mühle", bleibt erhalten und die stark unterschiedlichen Preisvorstellungen darüber - das Amt Hörnerkirchen und die Gemeinde Bokel zogen auch die Option eines Kaufs des Sees in Erwägung - führten zu der jetzigen Situation, deren Folgen für die Gemeinde Bokel - so Heins - noch nicht absehbar sind.

"Auf jeden Fall wird es keine weitere Ausgabe des beliebten Bokeler Strandfestes mehr geben, und Fördermittel, die uns geholfen hätten, noch manch aufwertende Maßnahme rund um die Freibadanlage zu verwirklichen, werden auch nicht mehr fließen", bedauert er. Wie es mit der Freizeitnutzung des Bokeler Sees zukünftig weitergeht, ist in mancherlei Hinsicht zurzeit völlig unklar. Das Gewässer mit seinem attraktiven Weg rund um den See werde - so Heins - mit Sicherheit weiterhin den Spaziergängern zugänglich bleiben. Aber der Wegfall des Freibads werde den Wert des Ausflugsziels spürbar dämpfen. "Vermutlich werden auch weiterhin Menschen den See besuchen, und dort baden. Es sei denn, der Eigentümer zieht einen unüberwindlichen Zaun um das Wasser", so Heins.

Für eine Stellungnahme hinsichtlich der kommenden Abrissmaßnahme am Bokeler Freibad war Ring-Hotel-Inhaber und Geschäftsführer Rainer Erich nicht zu erreichen.

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