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Nach Hobby Horizon und der Telekom : Jetzt macht auch noch Amazon in Elmshorn dicht

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Standortschliessung: In Elmshorn gehen die Lichter bei Amazon Ende Oktober aus. 50 Mitarbeiter sind betroffen.

shz.de von
erstellt am 24.Jun.2017 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Schock für die gut 50 Amazon-Mitarbeiter in Elmshorn. Der Onlineversand-Riese schließt den Standort in der Max-Planck-Straße. Ende Oktober gehen die Lichter in Elmshorn endgültig aus. Das bestätigte am Freitag Nora Münstermann von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Sie war vom Betriebsrat über die Schließung des Standortes informiert worden. „Mit dieser Entscheidung hat niemand gerechnet. Amazon ist gnadenlos. Unter den Mitarbeitern herrschen blanke Panik und Angst“, beschreibt Münstermann die Situation.

Elmshorns schwarze Serie: Im Februar verkündete der Modellbauer Hobby Horizon, im Sommer der Stadt Elmshorn den Rücken zu kehren. Seit dieser Woche steht fest, dass die Telekom ihr Technikzentrum an der Heinrich-Hertz-Straße komplett schließen wird. Jetzt macht Amazon mit seiner Prime Instant Video GmbH den Laden dicht.

„Mir tut es um die Familien leid, um die Arbeitsplätze, die da dranhängen“, sagt Elmshorns Wirtschaftsförderer Thomas Becken. Der Weggang der Firmen sei die Folge von Konzentrationsprozessen. „Man muss immer den Einzelfall betrachten. Mit dem Wirtschaftsstandort Elmshorn hat das nichts zu tun.“ Den von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeitern macht Becken Mut: „In Elmshorn und auch in der Region werden gut ausgebildete Arbeitskräfte gesucht.“

Nach Informationen der Elmshorner Nachrichten wurde die Amazon-Belegschaft am Mittwoch über die Schließungspläne informiert. „Amazon wird sich aus dem DVD-Verleihgeschäft zurückziehen“, sagt Münstermann. Auch der Standort in England sei betroffen. Lovefilm, der ehemalige Online-Verleiher von DVD und Blue-Rays, wurde im Februar 2014 mit dem Amazon-Prime-Angebot zu Amazon Instant Video verschmolzen. Der Versand der Datenträger erfolgte in Elmshorn.

Das Versandzentrum in der Max-Planck-Straße

Verdi hatte in der Vergangenheit immer wieder zu Streiks aufgerufen, um einen Tarifvertrag für die Mitarbeiter gekämpft. Die Befürchtung, dass Amazon aufgrund von Auftragsrückgängen den Standort schließen könnte, gibt es schon seit zwei Jahren. „Trotzdem traf diese Entscheidung die Mitarbeiter unvorbereitet“, betont Münstermann. Auf der Betriebsversammlung sei noch über Zukunftsperspektiven diskutiert worden. Das Unternehmen Amazon mit Sitz in München wollte sich am Freitag zu der Standortschließung nicht äußern.

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