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Interaktive Karte : Jetzt geht es los: Elmshorn bekommt Lärmschutzwände

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Elmshorn profitiert von Milliarden-Paket des Bundes. Wände auf 3,3 Kilometern. Bau von vier Lärmschutzwänden im Stadtgebiet startet. Bund investiert 5,3 Millionen Euro. Arbeiten sollen im Mai 2016 fertig sein.

Elmshorn | Ein Milliarden-Programm des Bundes sorgt in Elmshorn endlich für Ruhe. Die Deutsche Bahn lässt vier Schallschutzwände im städtischen Bereich errichten. Rund 5,1 Millionen Euro werden allein in die Wände investiert. Weitere 200.000 Euro  stehen zur Verfügung, um zusätzlich den passiven Schallschutz an etwa 290 Wohneinheiten durch den Einbau von schalldämmenden Fenstern und Lüftern zu verbessern. Mehrere Tausend Einwohner werden laut Bahn von den Maßnahmen profitieren.

 Der Bau der grünen Wände auf einer Strecke von insgesamt 3342 Metern beginnt in den nächsten Tagen. Ein Großteil soll schon bis zum Jahresende fertig gestellt sein. Der Abschluss aller  Arbeiten ist für Mai 2016 geplant. „Die Lärmschutzwände werden neben den parallel laufenden Verbesserungen an den Fahrzeugen erheblich zur Reduzierung des Schienenverkehrslärms beitragen“, sagte Manuela Herbort, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg. Gemeinsam mit Bürgermeister Volker Hatje sowie den Bundespolitikern Valerie Wilms (Grüne), Ernst Dieter Rossmann (SPD) und  Ole Schröder (CDU) gab sie gestern Mittag am Elmshorner Bahnhof den Startschuss für das Millionen-Projekt.

Bevor es leiser wird, wird es erstmal laut. Doch die Nacht-Arbeiten an den Lärmschutzwänden in Elmshorn nehmen Bahn-Anwohner wie Bernhard Sturm gern in Kauf. „Das stört uns überhaupt nicht. Hauptsache es passiert etwas“, sagt Sturm. Er lebt seit 1976 gemeinsam mit seiner Frau in der Dethlefsenstraße quasi direkt an den Gleisen. Die Freude bei ihm und seinen Nachbarn ist riesig.

So dürfte es vielen Tausend Elmshornern gehen, die jetzt von einem Milliarden-Programm des Bundes profitieren. 5,3 Millionen Euro aus diesem Paket zur Reduzierung des Bahnlärms fließen nach Elmshorn. Gestern Mittag fiel der offizielle Startschuss für die Arbeiten. Bis Mai 2016 entstehen insgesamt vier Lärmschutzwände im städtischen Bereich. Zusätzlich stehen Gelder für die Verbesserung des passiven Lärmschutzes an 290 Wohneinheiten zur Verfügung.

„Nur eine leise Bahn hat Zukunft“, sagte Manuela Herbort, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg, bevor sie gemeinsam mit Bürgermeister Volker Hatje sowie den Bundespolitikern Valerie Wilms (Grüne), Ernst Dieter Rossmann (SPD) und Ole Schröder (CDU) den symbolischen ersten Spatenstich für das Projekt vornahm. Ziel des Programms sei es, bis 2020 bundesweit den Schienenlärm zu halbieren. „Dazu mindern wir den Lärm insbesondere auch dort, wo er entsteht: an den Fahrzeugen“, berichtete Herbort. Die gesamte Güterverkehr-Flotte werde umgestellt. Vor allem neue, leisere Bremsen würden helfen.

Ole Schröder bezeichnete den Lärm als „Achillesferse“ der Bahn. „Der Lärm bedeutet für viele Menschen eine erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqualität. Deshalb hat der Bund dieses Programm aufgelegt“, sagte der Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Angesichts der bevorstehenden Nacht-Arbeiten bat Wilms die Anwohner, noch ein paar Monate durchzuhalten. „Dann kommt die Erleichterung“, so die Bundestagsabgeordnete der Grünen. Auch ihr SPD-Kollege Rossmann lobte die Maßnahme. Allerdings sagte er mit Blick auf die Schutzwände: „Ob sie das Stadtbild verschönern, sei einmal dahingestellt. Aber der Lärmschutz geht vor. Denn Lärm kann nerven“, so Rossmann.

Bürgermeister Hatje griff die Optik der Wände auf. „Sie werden ein optischer Nachteil sein. Wir haben aber schon Pläne, die Wände an einigen Stellen nett zu gestalten“, so Hatje. Grundsätzlich könne Elmshorn froh sein, in den Genuss der Maßnahme des Bundes zu kommen. „Viele Elmshorner werden davon profitieren.“ Zu den ersten Plänen für die Lärmschutzwände hätte es im Bereich des Bahnhofs Änderungen gegeben. „Wir sparen den Bahnhofsbereich komplett aus. Das hängt mit dem geplanten Neubau zusammen. Anwohner hier müssen noch ein wenig mehr Geduld haben“, so der Bürgermeister.

Auf einer Gesamtlänge von 3342 Metern entstehen die vier Lärmschutzwände in Elmshorn. Sie ragen jeweils drei Meter über die Gleishöhe hinaus und bestehen aus Schall absorbierendem Material. Bei der Farbwahl zwischen Grau und Grün hat sich die Stadt für die grüne Variante entschieden. Die Lärmschutzwand (LSW) 1 im Bereich Ansgarstraße entsteht zwischen dem 12. Oktober und 22. Dezember sowie vom 29. Februar bis 4. April 2016 auf einer Länge von 1725 Metern auf der von Hamburg aus kommend linken Seite. „LSW 2 Parallelstraße“ misst 197 Meter und wird ab 20. September bis 9. Oktober ebenfalls auf der linken Seite gebaut. „LSW3 Bockelpromenade“ entsteht zwischen 5. Oktober und 16. November auf 640 Metern Länge auch bahnlinks. „LSW 4 Holunderstraße“ wird auf 780 Metern rechts der Bahn vom 4. April bis 20. Mai 2016 errichtet.

Wegen der örtlichen Gegebenheiten kann der Bau laut Bahn überwiegend nur vom Gleis aus erfolgen. „Damit es für die vielen Pendler keine Einschränkungen gibt, wird in den Sperrzeiten vor allem nachts und auch an den Wochenenden gearbeitet“, berichtete die Bahnbevollmächtigte. Sie bat die Anwohner um Verständnis und betonte, dass moderne, lärmgedämpfte Arbeitsgeräte zum Einsatz kommen. Trotzdem ließen sich Belästigungen durch Lärm und Staub nicht vermeiden.

Herbort erläuterte, dass es sich bei der Lärmsanierung um eine freiwillige Leistung des Bundes handelt. „Es besteht kein Rechtsanspruch“, so die Bahnbevollmächtigte.

Auf dem 33.500 Kilometer langen Streckennetz sind laut Bahn 3700 Kilometer besonders durch Schienenlärm belastet. Bundesweit seien aktuell in 1485 Ortslagen Sanierungsmaßnahmen in Planung, im Bau oder bereits abgeschlossen. Seit 1999 seien 1400 Kilometer besonders lärmbelasteter Strecken saniert worden. Dafür seien rund 560 Kilometer Schallschutzwände errichtet und in 53.400 Wohnungen Schallschutzfenster eingebaut worden. Hierfür sind nach Angaben des Unternehmens mehr als eine Milliarde Euro an Bundesmitteln und Mittel der Deutschen Bahn ausgegeben worden.
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erstellt am 18.Sep.2015 | 12:00 Uhr

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