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Korruptions-Skandal Elmshorn : Jetzt droht die Verzögerung des Rathaus-Neubaus

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Korruptionsfall stellt die Stadt jetzt vor massive Probleme.

Elmshorn | Der große Korruptions-Skandal in der Stadtverwaltung – die Folgen für Elmshorn könnten gravierend sein. Wie schlimm es wirklich wird, ist noch nicht abzusehen. Doch nach der Freistellung von zwei Führungskräften im Gebäudemanagement steht fest, dass es bei Bauprojekten zu Verzögerungen kommen wird. Womöglich müssen ganze Vorhaben verschoben werden. Das könnte sogar den geplanten Rathaus-Neubau betreffen. Dies schloss Bürgermeister Volker Hatje (parteilos) gestern bei einer Pressekonferenz ausdrücklich nicht aus. „Das könnte den ganzen Zeitplan für den Stadtumbau Krückau-Vormstegen ins Wanken bringen“, betonte Hatje.

Bis auf Weiteres hat Stadtrat Dirk Moritz (parteilos) die Führung der Geschäfte im Gebäudemanagement gemeinsam mit Amtsleiterin Vera Hippauf übernommen. Gestern gab es am Morgen eine erste Krisensitzung mit den verbliebenen Mitarbeitern. „Es herrschen Fassungslosigkeit und Lähmung. Die Mitarbeiter sind tief betroffen, schließlich handelt es sich bei den Beschuldigten um enge Kollegen, zum Teil sogar Freunde“, schilderte der Stadtrat seine Eindrücke. Aber: „Das Team ist hoch motiviert. Sie wollen es anpacken.“ Nach dem Wegfall von zwei Leistungsträgern in Schlüsselpositionen sei die Lage aber kritisch. Die Arbeitsbelastung sei bereits vorher immens gewesen. Geplant ist, dass am Montag erste Prioritäten festgelegt werden.

Als sicher gilt, dass der Bau der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule (KGSE) auf dieser Liste ganz oben stehen wird. Der 36-Millionen-Euro-Bau ist das größte schulische Bauprojekt in ganz Schleswig-Holstein.

Bei der Erstellung der Prioritätenliste hat die Verwaltung freie Hand. Das hat die Kommunalpolitik Hatje am Mittwochabend signalisiert. „Das Vertrauen ist da. Wir werden jetzt Lösungen erarbeiten und diese dann der Politik präsentieren“, sagte der Bürgermeister. Auch zusätzliche Mittel für Personal darf der Bürgermeister ausgeben. Denkbar wäre, dass die Stadt nach dem Wegfall von zwei der fünf Architekten im Gebäudemanagement nun freie Architekten auf Honorarbasis beschäftigt. „Es gibt mehrere Überlegungen. Wir arbeiten jetzt mit Hochdruck an Lösungen“, so Hatje.

Während im Rathaus seit gestern versucht wird, wieder Alltag einkehren zu lassen, hat die Sichtung der Beweise begonnen. Wie berichtet, hatten am Mittwochmorgen 100 Einsatzkräfte von Kripo und der Kieler Staatsanwaltschaft zeitgleich sowohl das Rathaus als auch zwei Schulen, ein städtisches Materiallager sowie Privatgebäude und Firmen durchsucht. „Wir haben umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Es ist ein sehr umfangreiches Verfahren“, sagte  Kiels Oberstaatsanwältin Birgit Heß gestern. Die Ermittlungen richten sich bislang gegen vier Mitarbeiter aus dem Gebäudemanagement sowie externe Firmen, die gemeinsam mit dem Quartett die Stadt um tausende Euro betrogen haben sollen.

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erstellt am 14.Nov.2014 | 12:00 Uhr

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