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Im Auftrag Ihrer Majestät : James Bond auf der Bühne der Bismarckschule in Elmshorn

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

James Bond rettet die Welt – mal wieder. Neu ist, dass er es auf der Bühne der Bismarckschule macht. In einer Musical-Show rund um den berühmtesten Agenten der Welt wird der Martini geschüttelt, mit den Hüften gewackelt und mit harten Bandagen gekämpft – begleitet vom Sound der Big Band.

shz.de von
erstellt am 14.Jan.2016 | 13:00 Uhr

Elmshorn | Das Handy klingelt mitten in der Theatervorstellung. „Bond?“, meldet sich in den hinteren Reihen ein Mann in elegantem schwarzen Anzug. Am Apparat ist der MI6, die Welt ist mal wieder in Gefahr und James Bond, Agent 007 im Dienste ihrer Majestät, verlässt schnellen Schrittes den Theatersaal. Für seine attraktive Begleiterin hat er nur noch einen lässigen Spruch übrig: „Tut mir leid, Honey. England ruft.“

Kaum ist im November der neue Bond-Film in den Kinos angelaufen, bringen jetzt Schüler der Bismarckschule Elmshorn den berühmtesten Geheimagenten der Welt als Musical-Show auf die Bühne. Am 20. Januar feiert das Stück in der Schul-Aula Premiere. Nach Logik sollte man in der Handlung, wie bei den Filmen, lieber nicht suchen: Das Bond-Girl, das James im Theater zurückgelassen hat, schwört Rache und plant zusammen mit einem männlichen Komplizen und einer sexy Frauen-Armee den Tod von 007 – und ganz nebenbei die Vernichtung der Welt. Dafür finden die Zuschauer alle liebgewonnenen Elemente, die man in einer James-Bond-Geschichte eben erwartet. Zum Beispiel eine riesige Bombe, die die Welt bedroht, einen Bösewicht in weißem Anzug und mit Frettchen auf dem Arm, als Getränk der Wahl natürlich Martini – geschüttelt, nicht gerührt –, eine Laser-Armbanduhr und viele schöne Frauen in knappen Röcken.

In der Bismarckschule gibt es außerdem noch einen weiteren Protagonisten: die Musik. Dafür sorgen die Big Band, die Show-Band und sechs Sänger der Schule mit mitreißenden Interpretationen des Bond-Themas und verschiedener Bond-Songs wie „Skyfall“ oder „Another Day to Die“.

„Am spannendsten ist für uns aber die Untermalung der Szenen mit Geräuschen, mysteriösen Sound und kurzen Melodien“, erzählt Musiklehrer André Brendemühl, der das Stück zusammen mit seiner Kollegin Cornelia Cords inszeniert. „Da konnten wir richtig kreativ werden.“ Zum Beispiel, wenn der Trompeter der Big Band zum Sänger wird und von Ukulele und Triangel begleitet eine stimmungsvolle Version von „Thunderball“ zum Besten gibt oder der Sänger in der Bettszene den Song „Je t’aime“ sehnsuchtsvoll ins Mikrofon stöhnt.

18 Schauspieler und 25 Musiker

Die musikalischen Möglichkeiten, die eine Bond-Show bietet, waren für die 18 Schauspieler und 25 Musiker auf jeden Fall ein Argument dafür, das Thema auszuwählen. Das andere Argument war, dass Bond „einfach ein cooler Typ ist“, wie Tim Hinz sagt. Der 19-Jährige muss es wissen. Normalerweise spielt er zwar in der Big Band das erste Saxophon, aber in diesem Stück verkörpert er den Geheimagenten höchstpersönlich – zusammen mit dem gleichaltrigen Jan Kamarski. Für die Doppelbesetzung der Rolle hat sich das Team ganz bewusst entschieden. Zum einen, damit die Abiturienten kurz vor den Prüfungen nicht zu sehr unter Druck geraten. Und zum anderen „gibt es auch in den Filmen ganz verschiedene Schauspieler, die unterschiedliche Facetten von Bond zeigen, aber alle den gleichen Charakter darstellen“, wie Tim Hinz sagt.

Sein Bond, das sagen die Schülerinnen unter den Schauspielern übereinstimmend, ist eher „der Aufreißer mit den richtig schlechten Sprüchen“, der „Draufgänger“. Während Jan Kamarski mehr den Charmeur raushängen ließe. In einem sind sich aber beide Darsteller einig: Am meisten Spaß machen ihnen die Kampfszenen. Dafür hatten sie auch extra einen Theaterregisseur aus Berlin da, der ihnen geholfen hat, dass die Schläge und Tritte auf der Bühne möglichst echt aussehen.

Für die Schüler war es wichtig, den Charakter Bond in jeder Sequenz herauszuarbeiten und alles auf die Bühne zu bringen, was die Reihe so bekannt macht. „Das waren bei uns häufig die witzigen Elemente, da es natürlich schwierig ist, die bombastischen Elemente aus den Filmen auf die Bühne zu bekommen“, sagt Musiklehrer Brendemühl. Bewusst wurde jede Szene um Original-Zitate aus den Filmen herumgebaut. Peinlich ist den Schauspielern dabei nichts – weder die lasziven Tänze und Verführungskünste der Bond-Girls noch die Aufreißersprüche des Titelhelden. „Aber das mit der Nervosität kommt bestimmt noch“, sagt Lehrerin Cornelia Cords. „Jetzt sitzt da im Publikum ja noch niemand.“

Bereits vor einigen Jahren haben Cords und Brendemühl mit der „Rocky Horror Picture Show“ eine sehr erfolgreiche Musical-Show auf die Bühne der Bismarckschule gebracht. „Man hat immer mal wieder in der Oberstufe eine Ansammlung von richtig guten, kreativen Leuten“, erzählt Brendemühl. „Die kommen irgendwann selber auf uns zu und wollen vor ihrem Abschluss noch ein großes Projekt machen. Das war beim letzten Mal so und das war auch dieses Mal so.“ Ein paar Jahre zwischen den Projekten seien aber auch nötig, damit die Lehrer vergäßen, wie viel Arbeit hinter einer solchen Produktion stecke. „Aber natürlich macht es viel Spaß, vor allem jetzt, wo wir auf der Zielgeraden stehen.“

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