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Rathausneubau Elmshorn : Ist die Standortfrage bald geklärt?

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

SPD und CDU ziehen bei Standortsuche an einem Strang. Der Bürgermeister macht Druck. Öffentliche Info-Veranstaltung angesetzt.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2014 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Bürgermeister Volker Hatje (parteilos), aber auch Vertreter von SPD und CDU machen Druck. Die Entscheidung über den Standort für den Neubau des Rathauses müsse noch in diesem Jahr fallen. Eigentlich war eine Festlegung schon für den Dezember 2013 vorgesehen, doch Grundstücksverhandlungen und Altlastenuntersuchungen hatten das Verfahren verzögert.

„Die Standortfrage ist Grundlage für ganz viele Entscheidungen“ , sagte der Bürgermeister mit Blick auf die gesamte Entwicklung im Sanierungsgebiet Krückau / Vormstegen während der jüngsten Sitzung des Sonderausschusses Rathaus. Als Beispiele nannte der Verwaltungschef das Straßen- und Entwässerungskonzept, die Freiraumgestaltung und selbstverständlich auch den Architektenwettbewerb für das Rathaus.

Und: Eine weitere Verzögerung sei, so Hatje, den Mitarbeitern im maroden Rathaus nicht mehr zuzumuten und dem Amt für Arbeitssicherheit nicht zu erklären. Letztlich müssten auch alle wesentlichen Maßnahmen im Sanierungsgebiet bis 2023 abgeschlossen sein, weil dann die Städtebauförderung auslaufe. Hatje: „Irgendwann muss man sich mal für etwas entscheiden, auch auf die Gefahr hin, dass nicht alles perfekt ist.“

Der CDU-Stadtverordnete Andreas Hahn erinnerte daran, dass die Fraktionen intern sowie in diversen Ausschüssen seit Monaten die einzelnen Standortmöglichkeiten abgewägt hätten. Dies könne aber erst jetzt öffentlich diskutiert werden, weil erst seit September alle Schlüsselgrundstücke im Besitz der Stadt seien. Hahn, der auch Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung ist, erklärte, dass sich die CDU – wie die SPD, die FDP und die Stadtverwaltung – für den Standort im Suchgebiet 3 ausspreche.

Das Areal zwischen Schauenburgerstraße, Vormstegen und Osterfeld sei, so Hahn, der „deutlich beste Standort“, weil er die Bereiche Alter Markt und Königstraße mit dem neuen Quartier zwischen Buttermarkt und Reichenstraße verbinde und die Sichtachse von der Markthalle über den Hafen bis in die Marsch als den Kerngedanken des Rahmenplanes stütze.

CDU fordert Beschluss noch im Dezember

Auch Hahn forderte eine endgültige Entscheidung noch im Dezember: „Wir sind dazu da Probleme zu lösen und nicht um Lösungen zu problematisieren“, sagte er, schlug aber auch vor, in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am Donnerstag, 4. Dezember (18 Uhr, Kollegiumssaal), noch einmal die Bürger über die gesamte Standortsuche zu informieren – auch über den Vorschlag der Initiative Stadtbildgestalt, Nachhaltigkeit und Baukultur (SNB), das Rathaus auf dem Südufer des Hafens zu bauen.

Zuvor wird das Thema noch am Donnerstag, 6. November, im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt sowie am Dienstag, 25. November, im Hauptausschuss auf der Tagesordnung stehen. Abschließend stimmen die Stadtverordneten während ihrer Sitzung am Donnerstag, 11. Dezember, ab.

Die Fraktionen und die Verwaltung sprachen sich mit zum Teil harten Worten gegen den SNB-Vorschlag aus, weil er ihrer Meinung nach unter anderem gegen die Kerngedanken des Rahmenplans verstoße. Dann stimmten alle Mitglieder des Sonderausschusses Rathaus für das Suchfeld 3 – bis auf die beiden Vertreter von Bündnis 90 / Die Grünen.

Die Grünen mahnten einen intensiveren „Bürgerdialog“ an. Mit Blick auf den SNB-Vorschlag sagte Rainer Naske: „Wir wollen eine sachliche Abwägung der beiden Vorschläge mit allen Vor- und Nachteilen und wissen, was die Bürger zu den unterschiedlichen Standorten sagen.“ Sein Fraktionskollege Matthias Pitzer meinte angesichts von nur zwei interessierten Bürgern bei der öffentlichen Sitzung (einer von ihnen war der SNB-Initiator Wilfried Kneffel): „Wir brauchen andere Formate, um den Bürger zu erreichen und zu beteiligen.“

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Lenk beklagte das geringe Interesse der Elmshorner bei den Veranstaltungen zum Thema: „Die Beteiligung ist nicht so gegeben, wie wir uns das wünschen.“ Der Sozialdemokrat geht davon aus, dass sich die Öffentlichkeit mehr interessieren werde, wenn es später um die konkrete Gestaltung und Ausgestaltung des neuen Rathauses geht.

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