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Kranhaus in Elmshorn : Investoren wollen Einvernehmen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Politiker sehen weitere die Nutzung des Kranhauses als Voraussetzung für Verkauf an. Erleichterung beim Freundeskreis Knechtsche Hallen.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2014 | 16:30 Uhr

ElmshornE | Als die Stadt im Sommer 2013 den alten Industriebaukomplex Berliner Straße 18/Schlossstraße kaufte, war eines von vornherein klar: Das Areal soll später wieder an einen Investor verkauft werden, der möglichst die Gebäude erhält und sie zudem einer Nutzung zuführt, die mit den Ideen des Rahmenplanes im Sanierungsgebiet Krückau/Vormstegen in Einklang stehen.

Diesen Investor haben Politiker und Verwaltung offenbar jetzt gefunden. Allerdings: Die Käufer wollen sich vor einem endgültigen Abschluss des Kaufvertrages noch nicht öffentlich zu ihren Plänen äußern.

Die Stadt hat mit ihrer Kaufstrategie die Absicht, das Gebiet zwischen Krückau und Reichenstraße geordnet zu entwickeln, ohne dass es zu Spekulationen kommt. Der Anfang des 20. Jahrhunderts entstandene Industriekomplex an der Ecke Berliner Straße / Schlossstraße war mit seiner Gebäudegrundfläche von 1900 Quadratmetern das erste Kaufobjekt dieser Art. Es folgten bislang unter anderem die Post an der Berliner Straße und das Gelände der umgesiedelten Firma Kremer an der Schauenburgerstraße.

Das 2900 Quadratmeter große Areal mit dem zweigeschossigen Eckhaus an der Berliner Straße wurde viele Jahre lang von der Firma Elektro-Meyn (1959-1977), zuletzt vom Elektro-Geschäft „Cita Strom“ im Erdgeschoss (bis 2010) und als Diskothek „Traumraum“ im Obergeschoss genutzt.

Der frühere Besitzer ließ dann die Immobilie leer stehen und verkommen. Das Haus mit seinen eingeworfenen Scheiben wurde nur noch von Tauben als Nachtquartier und Brutplatz genutzt. Die Folge: Die Stadt Elmshorn musste nach dem Kauf für 30 000 Euro insgesamt 4,5 Tonnen Taubendreck aus dem Gebäude entfernen lassen. Weitere 30.000 Euro gab die Stadt für den Abriss eines 1973 auf dem Areal errichteten Flachdachgebäudes aus, in dem zuletzt eine Videothek untergebracht war.

Für das Kranhaus in der Schlossstraße sagte die Stadt dem „Freundeskreis Knechtsche Hallen, Keimzelle Kranhaus“ bis Ende September eine kostenlose Zwischennutzung zu. Diese soll nach dem Bekunden aller im Rathaus vertretenen Fraktionen mit dem Käufer für weitere fünf Jahre vereinbart werden. „Ich bin mit beiden Vertragspartnern in Gesprächen und der Vertrag ist noch nicht geschlossen. Die Zusage der Investoren auf fünf Jahre besteht“, sagte Bürgermeister Volker Hatje (parteilos) während der jüngsten Kollegiumssitzung. Zuvor hatten sich die Politiker zu Wort gemeldet.

„Die SPD wird keinem Vertrag zustimmen, in dem die weitere Arbeit des Freundeskreises nicht für die benötigte Zeit gewährleistet ist“, sagte der SPD-Fraktionschef Ulrich Lenk. Für die CDU berichtete Andreas Hahn vom einstimmigen Beschluss der Fraktion, „nur unter der unabdingbaren Voraussetzung zuzustimmen, dass mindestens für fünf Jahre eine unentgeltliche Nutzung des Kranhauses und des Gartengrundstücks“ vereinbart werde. Wie SPD und CDU lobten in diesem Zusammenhang auch Bündnis 90 / Die Grünen und die FDP die Arbeit des Freundeskreises und stärkten den Vereinsmitgliedern den Rücken. „Ihr Engagement ist beeindruckend und wir wollen es unterstützen“, versicherte Jens Petersen (FDP). Peter Hölzel von den Grünen sagte Ähnliches und fügte sogar im Namen seiner Fraktion hinzu: „Sie haben unser Wort.“

Am Rande der Sitzung hieß es zudem: Die Investoren sollen verlautbart haben, dass sie den Freundeskreis unterstützen werden und sich sogar eine fruchtbare Verbindung ihrer geplanten Aktivitäten im Eckhaus an der Berliner Straße und den Vereinsvorhaben an der Schlossstraße vorstellen könnten.

Freundeskreis-Chef Jens Jähne zeigte sich erleichtert. Er sagte nach den Stellungnahmen der Politiker: „Das ist etwas, was uns bestärkt und diese Botschaft wird alle Beteiligten freuen.“

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