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Belastung durch Elektrosmog : Interaktive Karte zeigt: So verstrahlt ist Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Eine Untersuchung misst den Elektrosmog in Feldstärken. Teil der Untersuchung ist auch Elmshorn.

Elmshorn | Die einen sind auf der Suche nach einem starken Handysignal. Die anderen fürchten die gesundheitlichen Risiken, die von den zirka 200 Mobilfunksendeanlagen in Elmshorn ausgehen könnten. Jetzt können die Bürger selbst gucken, wie verstrahlt die Krückaustadt ist, wo der Elektrosmog besonders hoch und wo er nur gering ist. Möglich gemacht hat es Professor Matthias Hampe von der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfenbüttel.

Die Feldstärke wird bei elektrischen Feldern in Spannung (Volt) pro Meter angegeben, bei magnetischen Feldern in magnetischer Spannung (Ampere) pro Meter. Mobilfunk, Wlan, Rundfunk und Fernsehen erzeugen elektromagnetische Felder im Hochfrequenzbereich. Die Wirkung dieser Strahlung auf den menschlichen Körper ist umstritten.

Mit seinem Team hat er deutschlandweit in Städten die Feldstärken gemessen. Am 20. November 2016 war er mit seinem Messwagen in Elmshorn. Das Neue: Hampe untersucht die Strahlung in den Städten flächendeckend, nicht wie die Bundesnetzagentur nur an bestimmten Punkten. Die Messwerte für Elmshorn sind eher unauffällig. Es gibt nur einen Bereich im Stadtgebiet, der eine hohe Belastung aufweist – die Ost-West-brücke.

Im Städtevergleich landet Elmshorn bei der Belastung auf Platz 82 von 204 Städten. „Die mittleren Feldstärken steigen unserer Beobachtung nach, wenn mehr Menschen auf engem Raum leben – daher sind im Ranking auch eher Städte mit hoher Bevölkerungsdichte auf den vorderen Plätzen“, sagte Hampe. Hamburg liegt im Strahlungs-Ranking auf Platz vier. Hampe betont, dass in allen bisher untersuchten Städten die festgelegten Grenzwerte nicht überschritten werden.

Ständige Strahlung

Mobilfunkmasten, Handys, Fernsehen, Babyfones, Wlan-Netze: Es strahlt – ständig und überall, vor allem in den Städten. Sehen kann man diesen Elektrosmog nicht, aber messen: Das hat Professor Matthias Hampe von der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfenbüttel getan – auch in Elmshorn. Im November 2016 war er mit seinem Messwagen in der Stadt unterwegs, hat Straße um Straße erfasst. „Wir haben die Feldstärken für den Hochfrequenzbereich gemessen“, sagt Hampe.

Besorgniserregend sind die Elmshorner Ergebnisse auf den ersten Blick nicht. Zwischen gering – blau – und hoch – rot – sind auf der von Hampe und seinen zehn Studenten angefertigten Feldkarte für die Krückaustadt vor allem viele Grün-, einige Gelbtöne und ganz wenig Orange zu sehen. Einen knallroten Punkt gibt es in der Krückaustadt nicht. Die höchste Strahlung wurde in Elmshorn auf der Landesstraße 75 in Höhe der Einmündung Norderstraße gemessen.

„In der Nähe von roten Flächen befindet sich fast immer ein Mobilfunkmast“, betont Hampe. Grenzwerte seien in Elmshorn nicht überschritten worden. Auch nicht in den anderen deutschen Städten, die der Professor mit seinem Team erfasst hat. Eine flächendeckende Untersuchung von Städten ist neu. Bisher wurden die Strahlenwerte nur punktuell von der Bundesnetzagentur erfasst – auch in Elmshorn. Hampe betont, dass das Ergebnis für Elmshorn und alle anderen untersuchten Städte nur eine Momentaufnahme darstelle, allerdings eine sehr genaue. Wiederholte Messungen deuteten darauf hin, dass es sich um relativ konstante Werte handele.

 

Im bundesweiten Städte-Ranking – mittlerer Wert der gemessenen Feldstärke – liegt Elmshorn auf Platz 82 von 204. „Die mittleren Feldstärken steigen unserer Beobachtung nach, wenn mehr Menschen auf engem Raum leben – daher sind im Ranking auch eher Städte mit hoher Bevölkerungsdichte auf den vorderen Plätzen“, sagt Hampe. Düsseldorf, München, Frankfurt, Hamburg und Mannheim liegen auf den ersten Plätzen.

Bedroht der Elektrosmog unsere Gesundheit? Hampe verweist auf die Grenzwerte, die von der Bundesnetzagentur für verschiedene Frequenzen festgelegt werden. Und in Bezug auf die Wirkung der Strahlung auf den Menschen auf das Bundesamt für Strahlenschutz sowie die Strahlenschutzkommission. Nur soviel: „Menschen reagieren unterschiedlich auf elektromagnetische Strahlung“, sagt der Ingenieur.

In seinem Hochfrequenz-Datenschatz sieht er dennoch einen konkreten Nutzen für die Bürger. „Wer sich um seine Gesundheit sorgt, kann sehen, wie hoch die Belastung in seiner Straße ist. Wer eher an einem guten Handyempfang interessiert ist, kann ebenfalls auf die erhobenen Daten zugreifen“, betont der Professor. Die Feldkarte für die bisher untersuchten Städte in Deutschland kann online eingesehen werden.

Karte
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erstellt am 10.Feb.2017 | 12:01 Uhr

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