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Mit Klemmbrett und Kamerateam : Initiative „Mehr und größere Busse“ in Elmshorn unterwegs

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Sieben Unterschriftensammler waren gestern zum ersten Mal in Elmshorns Bussen unterwegs für die Initiative „Mehr und größere Busse“.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2016 | 12:20 Uhr

Elmshorn | An der Haltestelle Morthorststraße steigt Andrea Lueg mit ihrem Rollator in die Linie 6501 ein und steuert direkt auf die ersten Fahrgäste zu. Die 50-Jährige erzählt den Leuten von der Initiative „Mehr und größere Busse auf den Linien 6501 und 6502“ – und bittet sie dann um ihre Unterschrift.

Es ist der erste Tag, an dem die Mitglieder der Initiative außerhalb des sozialen Netzwerks Facebook um Unterstützung für ihr Anliegen werben. Noch hat die Initiative zwar keine zusätzliche Busbewegung auf den Straßen erreichen können – aber durchaus für Bewegung in den Köpfen gesorgt. Sogar der Verkehrsbetrieb „Die Linie“ unterstützt die Unterschriftensammler mit der Ausgabe von kostenlosen Fahrausweisen für den Aktionszeitraum.

„Wir haben vor, in die Busse zu gehen, aber ebenso in Firmen und Vereine und auf den Markt“, erläuterten Sören Vollertsen und sein Mitstreiter, Kai Göhring, im Gespräch mit dieser Zeitung. „Die gesamte Aktion läuft bis zum 25. April, anschließend erfolgt die Übergabe der Unterschriften im Elmshorner Rathaus.“ Erreichen möchten sie, dass die beiden Linien in einem 15- und nicht, wie jetzt, in einem 30-minütigen Takt fahren. Außerdem sollen größere und modernere Busse bereitgestellt werden, die bereits um fünf Uhr morgens statt um sechs Uhr starten sollen. Der Einsatz eines Busses um Mitternacht für späte Pendler stellt eine weitere Forderung der Initiative dar.

Andrea Lueg, die aus gesundheitlichen Gründen auf ihren Rollator angewiesen ist, unterstützt die Initiative nach Kräften. Sie hat reichlich Erfahrungen gesammelt als Fahrgast und so manche unerfreuliche, bisweilen auch für sie persönlich unerquickliche Situation erlebt – insbesondere, wenn großer Andrang im Bus herrschte. „Ich habe öfter erlebt, dass Mütter draußen stehen gelassen wurden“, erzählt sie. „Ich selbst musste schon mit dem Rollator an der Tür sitzen.“ Die Reaktionen der Busfahrer auf derartige Stresssituationen seien recht unterschiedlich, wie sie weiter sagte. Einige entwickelten großes Verständnis und Entgegenkommen, andere weniger. Aber sie seien nun einmal an ihre Vorschriften gebunden.

Begleitet wird Andrea Lueg bei ihrer Unterschriftenaktion an diesem Montag von einem dreiköpfigen NDR-Kamerateam, das einen Beitrag zum Thema dreht. Dieser wurde gestern Abend im Schleswig-Holstein-Magazin ausgestrahlt, kann aber über die Online-Mediathek des Senders auch später noch angesehen werden. Nicht jeder ist übrigens unzufrieden mit der Bus-Situation in Elmshorn. Immo Neufeldt, der ebenfalls in der Morthorststraße einsteigt, ist zufrieden mit dem öffentlichen Nahverkehr: „In anderen Städten ist es viel schlimmer.“ Die meisten aber beschweren sich über die überfüllten Busse, was immer wieder dazu führe, dass Mütter mit ihren Kinderwagen an den Haltestellen stehen gelassen würden.

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