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Elmshorner Nachrichten

21. August 2017 | 09:02 Uhr

Industriemuseum ist nun zertifiziert

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

AnerkennungChefin Bärbel Böhnke und eine Delegation der Stadt nehmen die für fünf Jahre geltende Auszeichnung in Empfang

Am Freitagabend ist das Industriemuseum Elmshorn (IME) während einer feierlichen Zeremonie in der Stadtgalerie Kiel als „zertifiziertes Museum 2016“ ausgezeichnet worden. Ministerin Anke Spoorendonk (SSW) sprach die Grußworte der Landesregierung, Professor Ulrich Schulte-Wülwer, ehemaliger Direktor des Museumsbergs in Flensburg, zog ein Resümee der Museumsberatungs- und -zertifizierung.

Nach einer hochkarätig besetzten Diskussionsrunde und einem musikalischen Intermezzo wurden die Zertifikate übergeben und die freudestrahlende Museumsleiterin Bärbel Böhnke darf „ihr“ Museum nun in den nächsten fünf Jahren zertifiziertes Museum nennen – es ist, neben Helgoland, das einzige im Kreis Pinneberg.

„Dass Experten von außen unserem Museum bescheinigen, dass hohe Standards erfüllt werden, beweist uns, dass wir mit unserer Arbeit auf gutem Wege sind, und ich bin darüber sehr glücklich“, so Böhnke. Der Zertifizierung ging ein langwieriger Prozess voraus, der 2015 mit einer Bewerbung seitens des Industriemuseums begann. „Die Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein wurde eingeführt, um nachhaltige Qualitätssicherung, zukunftsfähige Aufstellungen und stärkere Professionalisierung der Museen im Lande zu gewährleisten“, berichtet Böhnke. Im Vordergrund sollten dabei eine Selbstevaluation, individuelle Beratung durch ausgewiesene Museumsexperten und die Qualifizierung der Mitarbeiter durch ein Fortbildungsprogramm, das sich an internationalen Museumsstandards orientiert, stehen.

Doch wie füllt man so eine Bewerbung mit Leben? „Es gibt Pflichtdokumente, die wir vorzulegen hatten“, erklärt Böhnke. So musste sie das Museum mit Leitbild und Konzept vorstellen, die Geschichte des Hauses darstellen, Finanzierung, Besucherzahlen, Personalsituation, Pressespiegel der vergangenen drei Jahre und Schwerpunkte der Museumsarbeit benennen. Nachdem alles mit Förderverein und Kulturausschuss abgestimmt war, war ein dicker Ordner mit vielen, vielen Papierseiten gefüllt – aber man ging mit gutem Gefühl an den nächsten Schritt.

Der kam im Juni zustande. Fachberater Professor Ulrich Schulte-Wülwer und Projektleiterin Dagmar Rösner hielten sich einen ganzen Tag lang in Elmshorn auf, um sich alle Räume (einschließlich WC, Heizungsraum und Fahrstuhl) im Museum, das Konrad-Struve-Haus, den Jüdischen Friedhof und das Magazin anzusehen.

„Die Ausstellung wurde auf Objektbeschriftung, Verständlichkeit der Texte und Sicherheitsaspekte für Besucher geprüft“, erinnert sich Böhnke. So habe man fehlende Lesetafeln angesprochen, die „Nachhaltigkeit“-Beschriftung im zweiten Obergeschoss gewünscht sowie die Sägeblattsicherung der Bandsäge und die 100-prozentige Inventarisierung des Sammlungsbestands für die nächsten Jahre gefordert. „Die Kommission zeigte sich sehr angetan und die Anregungen sind umsetzbar“, so die Museumsleiterin rückblickend.

Eine Empfehlung, die von der Kommission darüber hinaus gegeben wurde, könnte vielleicht mit der Zertifizierung eine höhere Akzeptanz bekommen: Eine bessere Ausschilderung im Wegeleitsystem der Stadt und ein Hinweisschild für das familienfreundliche Museum an der A  23.

Doch bislang ist dies noch Zukunftsmusik und liegt – zumindest für die Autobahn – im Entscheidungsbereich der Tourismus-Agentur für Schleswig-Holstein.

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erstellt am 19.Dez.2016 | 16:02 Uhr

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