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Ausgebrannte Häuser in Elmshorn : In diesem Jahr soll saniert werden - Baubeginn noch 2015

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Mit den Dacharbeiten wird begonnen. Kosten weitaus höher als ursprünglich angenommen. Geplant sind nur Mietwohnungen.

Elmshorn | Es war eines der schlimmsten Feuer in den vergangenen Jahren in Elmshorn: Zwei Hochhäuser in der Beethovenstraße wurden bei einem Brand zerstört. Das war im Juni des vergangenen Jahres. Die Häuser sollten schnell wieder aufgebaut werden, hatte der Besitzer, die Deutsche Annington angekündigt. Doch das war’s dann. Seit gut einem halben Jahr tut sich nichts. Das soll bald anders werden, wie eine Sprecherin der Immobiliengesellschaft unsere Zeitung mitteilte. Noch in diesem Jahr soll mit den Arbeiten am Dach des Blocks Beethovenstraße 15 und 17 begonnen werden. Die Dacharbeiten sollen bereits 2015 beendet werden. Parallel dazu rücken Bauarbeiter an, um den Innenausbau der zerstörten Häuser in Angriff zu nehmen. Als Grund für die Verzögerung nannte Bettina Benner, Pressesprecherin des Hauseigentümers, „erheblichen Planungsmehraufwand“. Die Planungen seien nun abgeschlossen.Die Sanierung wird einen  siebenstelligen Betrag verschlingen.

Bei dem Brand waren 100 Wohnungen als Folge von Flammen und Löschwasser unbewohnbar geworden.  Knapp 200 Menschen hatten ihr Zuhause  verloren.  

Es ist still bei den Hochhäusern in der Beethovenstraße. Die beiden Häuser, in denen vor etwas mehr als einem Jahr die Flammen wüteten, sind eingerüstet. Eine Folie ist vom Dach bis zum Erdgeschoss gespannt. Das Gelände ist eingezäunt. An den Brand erinnern von außen nur noch einige Schilder: Bau- und Brandsanierung steht dort drauf. Einige Schilder sind zum Teil bereits von Pflanzen verdeckt.

Im Nachbarhaus Beethovenstraße 13 hatte es sieben Wochen nach dem Feuer in den Häusern 15 und 17 ebenfalls gebrannt. Doch dort hatte die Feuerwehr größeren Schaden verhindern können. In dem Haus leben nach wie vor Menschen. Sie wundern sich, dass auf der Baustelle nebenan seit Monaten Stillstand herrscht. „Hier tut sich seit einem dreiviertel Jahr nichts“, sagt ein Anwohner.

Merkwürdig. Schließlich hatte Matthias Stock von der Geschäftsführung der Deutschen Annington, der die Häuser gehören, eine zügige Sanierung angekündigt. Er hoffe, dass die neuen Wohnungen bereits Weihnachten 2015 wieder bezugsfertig seien, hatte er im Oktober des vergangenen Jahres im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt.

Ganz offensichtlich eine Fehleinschätzung. Den Grund nennt Bettina Benner, Pressesprecherin des Immobilienunternehmens: Es sei zwar versucht worden, die planerischen Arbeiten parallel zu den Abbruch- und Entkernungsarbeiten durchzuführen. Das sei aber nicht gelungen. „Bei dem Gebäude gab es jedoch einen hohen Aufwand bei der Beibringung aller erforderlicher Unterlagen, bei den weiterführenden planerischen Leistungen, die durch uns erbracht werden mussten wie auch statische Prüfungen oder Abstimmungen mit den Behörden.“ Zudem seien „auch Grundrissveränderungen geplant, um modern zugeschnittene Wohnungen am Markt anbieten zu können.“ Das alles sei in enger Abstimmung mit den örtlichen Behörden geschehen. Benner: „Es gab also einen erheblichen Planungsmehraufwand als ursprünglich angenommen.“ Die lange Planungsphase sei in Kauf genommen worden, „um das Gebäude sinnvoll wiederherzustellen“.

Lediglich auf Schildern findet sich der Hinweis, dass hier eine Brandsanierung geplant ist. (Foto: Amsberg)
Lediglich auf Schildern findet sich der Hinweis, dass hier eine Brandsanierung geplant ist. (Foto: Amsberg)
 

Die Planungen seien abgeschlossen, sagt die Pressesprecherin. Nun soll es losgehen, kündigt sie an: „In diesem Jahr werden die Dacharbeiten begonnen und beendet, parallel hierzu wird zudem der Innenausbau beginnen.“

Geplant sind nach Aussagen von Bettina Benner Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen. Aus den bisherigen Eineinhalb-Zimmer-Wohnungen würden Ein-Zimmer-Wohnungen mit einem größeren Bad. Drei-Zimmer-Wohnungen seien ebenfalls vorgesehen. Es sollen ausschließlich Mietwohnungen werden.

Wie viel Geld die Deutsche Annington für die Sanierungsarbeiten einsetzen muss, könne sie derzeit nicht sagen, so Benner. Die ursprüngliche Kostenschätzung von 1,5 Millionen Euro werde jedoch „weit überschritten“. Bereits im Herbst des vergangenen Jahres hatte Mathias Stock von der Geschäftsführung des Unternehmens erklärt, dass nur noch Grundmauern und tragende Wände stehen blieben, der Rest der Gebäude komplett erneuert werde. Einen Termin, wann die Bauarbeiten tatsächlich beendet sind und die Mieter in das Haus einziehen können, könne sie derzeit nicht nennen, sagte Bettina Benner.

Die Ursache für den verheerenden Brand konnte nicht geklärt werden. „Die umfangreichen Ermittlungen haben zu keinem eindeutigen Ergebnis führen können. Eine konkrete Brandursache kann bis heute nicht eindeutig benannt werden,“ hatte Polizeisprecherin Sandra Mohr Ende des vergangenen Jahres gesagt. Weder fahrlässige Brandstiftung noch einen technischen Defekt oder vorsätzliche Brandstiftung hatten die Ermittler ausgeschlossen. Auch die Ursache für das Feuer im Haus Beethovenstraße 13 blieb bislang im Dunkeln.

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erstellt am 17.Aug.2015 | 10:00 Uhr

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