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Müll ist nicht gleich Müll : Immer wieder unerlaubter Abfall an Sammelstellen

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Containerplätze: Von Haushaltsmüll bis Gerümpel – an vielen Sammelstellen wird regelmäßig unerlaubter Abfall abgeladen.

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Elmshorn | „Es ist ein ewiger Leidensdruck hier“, leitet Immo Neufeldt das Thema Wertstoffcontainer bei der Ausschusssitzung für kommunale Dienstleister ein. Aufs Tapet hatte der Stadtverordnete Edgar Konetzny (CDU) das Thema gebracht, weil er Anfang des Jahres eine Reihe von Fotos von verdreckten Sammelplätzen aufgenommen hatte. „Fakt ist, es gibt Einflussmöglichkeiten“, sagt Konetzny und fordert die Verwaltung auf, aktiv zu werden. Doch so einfach ist das nicht.

Seit langem wird das Thema verdreckte Stellplätze in der Stadt diskutiert. Immer wieder werde Müll neben den Wertstoffcontainern abgeladen, besonders oft passiere das an Standorten, wo die Plätze nicht gut einsehbar seien, sagt Petra Langefeld, Amtsleiterin des Flächenmanagements. Aber Müll ist nicht gleich Müll, denn je nach Material ergeben sich andere Zuständigkeiten.

„Nach einer Containerleerung kommt in der Regel noch am selben Tag ein Mitarbeiter der Gab, der den Platz nachsorgt“, sagt Thomas Kruse, Amtsleiter des Betiebshofes. Zuständig ist die Gab allerdings nur für die Materialien Glas, Altpapier und Textilien, weil das diejenigen Abfallsorten sind, für die die Gab mittels ihrer Partnerunternehmen Sammelcontainer aufstellt. „Alles, was sonst auf den Plätzen rumfliegt, fällt nicht in ihre Zuständigkeit“, sagt Kruse. Ein Problem, denn auf Elmshorns Containerplätzen liege noch allerhand anderer Müll herum. Im Ausschuss werden Matratzen und ganze Bettgestelle als Beispiele genannt: Sperrmüll, den die Gab bei Privatpersonen eigentlich nach Anmeldung kostenlos abholt.

Der Aufwand entsteht für die Stadt

„Die Nachsorge bleibt mehr oder weniger an der Stadt hängen“, sagt der Ausschussvorsitzende Neufeldt. Ein Ärgernis, auch für den Betriebshofchef, der allerdings betont, dass in den meisten Fällen keiner seiner Mitarbeiter gesondert rausfahren müsste, sondern bei der Tour, bei der die Papierkörbe geleert werden, Mitarbeiter stets bei den Containerplätzen nach dem Rechten schauen und gegebenenfalls nachsammeln. „Böse ist für uns natürlich, dass der Aufwand bei der Stadt entsteht“, sagt Kruse. Aus seiner Sicht ließe sich aber zum jetzigen Zeitpunkt wenig an der Situation verändern, weil mit der Gab Verträge geschlossen wurden, die ihre Zuständigkeit klar beschränken. Dem Unternehmen die Säuberung der Sammelplätze in Rechnung zu stellen, wie Ausschussmitglied Konetzny mehrfach vorschlägt, sei daher rechtlich nicht möglich.

Einfach hinnehmen wollen die Ausschussmitglieder die Sache aber nicht. Langefeld vom Flächenmanagement schlägt vor, dass die Fraktionen ihre Beschwerden formulieren und an den Kreis richten, weil die Stadt keine Handhabe habe. Neufeld plädiert zudem dafür, jemanden aus der Führungsriege der Gab in eine Ausschusssitzung einzuladen und das Gespräch zu suchen. Betriebshofleiter Kruse sieht jemand anderen in der Schuld: „Das Problem sind die Bürger und Gewerbetreibenden, die ihren Müll da einfach hinstellen.“

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