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Marode Strassen : Immer mehr Schlaglöcher in Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Fast die Hälfte aller Straßen in Elmshorn hat Schäden. Der Betriebshof schreitet ein.

von
erstellt am 19.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Sie sind den Autofahrern ein großes Ärgernis: Schlaglöcher. Jahrelang führte die Truppe vom städtischen Betriebshof einen aussichtslosen Kampf. Hatten sie an einer Stelle die Löcher gestopft, riss woanders die Straße schon wieder auf. Manchmal wenige Tage später sogar schon wieder an der gerade erst geflickten Stelle. Frustrierend für die Männer vom Bauhof. Seit zwei Jahren haben sie jetzt aber eine neue Technik im Kampf gegen die Schlaglöcher: Heißasphalt. Damit lassen sich Löcher einfacher und vor allem dauerhaft schließen. Ein großer Fortschritt, wie Betriebshofleiter Thomas Kruse betont.

Doch ein gravierendes Problem gibt ist noch. Die Anzahl der Risse und Krater steigt von Jahr zu Jahr. „Wir haben einen gewaltigen Sanierungsstau. Obwohl die letzten Winter relativ milde waren, schließen wir heute noch Löcher, die vor einigen Jahren entstanden sind“, erläutert Kruse und beklagt: „Die Straßen in Elmshorn sind allgemein in so einem schlechten Zustand, dass jeden Winter mehr Schlaglöcher entstehen.“ Laut aktuellen Zahlen stehen noch in etwa 200 bis 250 Straßen Schlaglochsanierungen an. Damit ist nahezu die Hälfte des gesamten Elmshorner Straßennetzes vom Asphalt-Karies befallen.

Mit der derzeitigen Besetzung sei es ein aussichtsloser Kampf, betont Kruse. Waren vor fünf Jahren noch zehn Ganztageseinsätze mit drei Personen erforderlich, waren es 2013 schon 20 Einsätze mit bis zu sieben Personen. Die Arbeitsstunden stiegen von 300 auf 1100. In diesem Jahr gebe es einen weiteren Anstieg. „Das ist eine enorme Belastung“, betont Kruse. Er fordert deshalb Verstärkung für die Bauhof-Truppe. Ein ausgebildeter Steinsetzer sei dringend erforderlich. „Sieben von neun Bauhof-Mitarbeitern müssen wir für die Schlagloch-Einsätze zusammenziehen. Das bindet so viel Personal, dass andere Aufgaben liegen bleiben. Zum Beispiel sind Unterhaltungsarbeiten auf Geh- und Radwegen sowie auf Schulhöfen immer schwieriger zu leisten. Wenn wir nicht aufstocken, haben wir auch dort bald einen Sanierungsstau“, wirbt der Betriebshofleiter um die zusätzliche Stelle. Die Entscheidung darüber wird die Kommunalpolitik im Zuge der jetzt beginnenden Haushaltsberatungen fällen. Kruse hofft, die Stelle dann im Sommer 2015 besetzen zu können.

Die Heißasphalt-Methode hat sich laut Siegfried Rehe bewährt. Der technische Leiter des Betriebshofs erläutert die Vorzüge: „Mit Heißasphalt lassen sich auch größere Löcher auffüllen. Das Material ist viel beständiger als Kaltasphalt. Beim Heißasphalt entstehen keine Hohlkörper, in die sich Wasser setzen könnte. Genau das passiert beim Kaltasphalt. Dieser platzt dann beim nächsten Frost wieder auf.“ Zudem sei Heißasphalt deutlich günstiger. Eine Tonne des Materials koste lediglich rund 100 Euro und damit nur ein Zehntel des kalten Materials. Allerdings ist zur Verarbeitung des heißen Materials ein spezieller Container notwendig. Den hat die Stadt vor zwei Jahren für 24.000 Euro angeschafft. „Die Anschaffung hat sich mehr als rentiert und hat sich bereits amortisiert“, erläutert Kruse. Kaltasphalt kommt in Elmshorn aber auch weiterhin noch zum Einsatz. Denn bei Bodenfrost kann nur dieses Material verarbeitet werden. Zum Auffüllen mit Heißasphalt muss das Thermometer mindestens drei Grad plus anzeigen.

Die Asphalt-Kolonne des Betriebshofs ist auch in diesen Tagen noch auf Elmshorns Straßen unterwegs, um Schäden der Vorjahre zu beseitigen. Doch alle Löcher werden sie bis zum Wintereinbruch bei weitem nicht stopfen können. „Wir tun unser Bestes und hoffen, dass die Politik die Stelle genehmigt, damit wir in der Lage sind, die schlimmsten Schäden zügig beseitigen zu können. Alle werden wir aber auch dann nicht schaffen“, betont der Betriebshofleiter.

Der Baustoff Asphalt wird landläufig fälschlicherweise mit der Substanz Teer gleichgesetzt. Anders als der Asphalt, dessen Bindemittel Bitumen aus Erdöl gewonnen wird, findet das Bindemittel Teer seinen Ursprung jedoch in der Steinkohle (Steinkohlenteer). Teer, der aufgrund seiner Herkunft auch Steinkohlenteerpech genannt wird, gilt als stark gesundheitsgefährdend und seine Verwendung ist in Deutschland im Straßenbau seit 1984 verboten. In der Zeit vor seinem Verbot war Teer ein häufig verwendeter Baustoff im Bauwesen. Äußerlich unterscheiden sich die beiden Stoffe durch Geruch und Aussehen geringfügig. So besitzt Bitumen einen neutralen Geruch und eine schwarze Farbe, Teer dagegen riecht leicht süßlich und besitzt eine leichte Braunfärbung.
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