Bevölkerungsentwicklung : Immer mehr Menschen zieht es nach Elmshorn

Im ehemalige Kibek-Hochhaus sind 2017 151 neue Wohnungen entstanden. Weil Elmshorn wächst, werden noch weitere gebraucht.

Im ehemalige Kibek-Hochhaus sind 151 neue Wohnungen entstanden. Weil Elmshorn wächst, werden noch weitere gebraucht.

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25. Mai 2018, 16:00 Uhr

Elmshorn | Oktober 2017: Mit einer spektakulären Show – zwei Artistinnen schweben die Fassade des  ehemaligen Kibek-Hochhauses hinunter – wird das neue Wohnquartier an der Reichenstraße eröffnet. Das Elmshorner Unternehmen Semmelhaack hatte 30 Millionen in den Bau von 151 Wohnungen investiert. Die waren ganz schnell vermietet. Die Nachfrage nach Wohnraum war und ist gewaltig. Immer mehr Menschen zieht es  nach Elmshorn. 

Ende 2017 lebten laut Stadtverwaltung 51.866 Menschen in der größten Stadt des Kreises Pinneberg – so viel wie noch nie und damit 448 mehr als noch im Jahr zuvor. Keine Frage: Elmshorn boomt. Seit 2013 ist die Bevölkerungszahl um 2077 gestiegen, also um knapp 4,2 Prozent.

Keine andere Stadt im Kreis wächst so stark

Ein Gutachten zur Bevölkerungsprognose des Kreises Pinneberg, das im April vorgestellt wurde,  geht davon aus, dass Elmshorn bis zum Jahr 2030 ein Bewohner-Plus von 3200 ausweisen wird. Keine andere Stadt im Kreis Pinneberg wächst bevölkerungsmäßig in diesem Ausmaß.

„Die Zeiten, in denen Elmshorn als alt und arm galt, sind vorbei“, sagt Bürgermeister Volker Hatje selbstbewusst. Der Imagewandel sei gelungen, Elmshorn sei attraktiv, nicht nur als Wohn-, sondern vor allem auch als Arbeitsort begehrt. „Stadttheater, Schwimmbad, eine vielfältige Bildungslandschaft mit Hochschule, Einkaufsmöglichkeiten, bezahlbare Preise auf dem Immobilienmarkt – und dann noch in 20 Minuten mit der Bahn am Hamburger Hauptbahnhof.“ Hatje zählt die Vorteile Elmshorns auf. Eine Stadt, die eben keine reine Schlafstadt vor den Toren Hamburgs ist, sondern eine Stadt, in der etwas passiert und manchmal auch pulsiert. Und die lockt die Menschen an. 3616 zog es im Jahr 2017 nach Elmshorn. Das ist der zweithöchste Wert in den vergangenen zehn Jahren. 3040 haben der Stadt im vergangenen Jahr den Rücken gekehrt. Der Trend ist seit 2008 eindeutig: Es kommen mehr Menschen in die Stadt an der Krückau als sie im Gegenzug verlassen.

Infrastruktur  muss mitwachsen

Das erhöht den Druck auf den  Wohnungsmarkt: Mehr Wohnraum anbieten, vielfältige Angebote schaffen: Das haben sich alle Parteien auf die Fahnen geschrieben. Allein im neuen Quartier Krückau/Vormstegen werden bis zu 800 Wohneinheiten entstehen. „Die Durchmischung der Quartiere ist entscheidend“, sagt Hatje. Es geht nicht nur um bezahlbare Mietwohnungen, sondern auch um Bauland für Einfamilienhäuser. Hatje geht davon aus, dass Elmshorn bis zu 55.000 Einwohner gut verkraften könnte, die Infrastruktur mitwachsen würde.

Flächen, die sind eher Mangelware in Elmshorn. Potenziale für Wohnbebauung gibt es vor allem in Elmshorns Norden, an der Papenhöhe. Aber das ist Zukunftsmusik. „Da müssten wir richtig Anlauf nehmen, um dieses Gebiet zu entwickeln“, sagt der Verwaltungschef. Verkehr, Kita, Schule: Da müsste die Stadt überall ran.

17.200 Wohnungen bis 2030 nötig

Elmshorn wächst nicht allein: Im gesamten Kreis prognostizieren die Experten einen Anstieg der Bevölkerung. 17.200 Wohnungen müssten bis 2030 errichtet werden, um den Anstieg aufzufangen.

Boomtown Elmshorn: Dabei will sich die einst graue Maus in den nächsten Jahren weiter aufhübschen. Der Stadtumbau West ist in vollem  Gange. Durch das 100- Millionen-Euro-Projekt soll die Stadt weiter an Attraktivität und Aufenthaltsqualität gewinnen. Zudem wird der Bahnhof samt Umfeld – bisher nicht Elmshorns Visitenkarte – zum Teil komplett erneuert. In Elmshorn tut sich was.

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