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Codierung in Elmshorn : Im Kampf gegen die Fahrraddiebe

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Großer Andrang bei der Aktion in Elmshorn. Die Zahl der Diebstähle steigt stark an.

Elmshorn | PI 15 4325 36 PW. Dieses Fahrrad ist jetzt codiert, ein grüner Aufkleber rund um die Buchstaben-Zahlen-Kombination verdeutlicht das. Hans-Peter Reikowski hat die Zeichen per Kopierfräse in das Rahmenrohr eines Fahrrades graviert. Wird es gestohlen, lässt sich schnell feststellen, wo es hingehört. „PI“ steht für das Kfz-Kennzeichen, also den Kreis Pinneberg. Die 15 kennzeichnet Elmshorn; 4325 steht für Holzweg. 36 lautet die Hausnummer des Eigentümers, PW seine Initialen. Wenn künftig jemand mit diesem Fahrrad unterwegs ist, auf den diese Daten nicht passen, gerät er gegebenenfalls in Erklärungsnot. Und die Polizei hat es einfacher, den rechtmäßigen Besitzer eines Fahrrads zu finden.

In Elmshorn verzeichnet die Polizeistatistik für das vergangene Jahr 568 gestohlene Fahrräder. Das bedeutet einen Anstieg um rund 15 Prozent in den drei Jahren seit 2012. Schwerpunkte sind der Bahnhof und die Schulen. Am Bahnhof hat die Videoüberwachung inzwischen zu einer Verlagerung geführt: Auf dem Holstenplatz, im Blickfeld der Kameras, ging die Zahl der Diebstähle zurück, dafür werden mehr Räder in der Mühlenstraße geklaut, wo nicht überwacht wird.

Die Fahrradcodierung betreibt Hans-Peter Reikowski als Gewerbe, unterstützt wird er von der Polizei, die das Verfahren als Diebstahlprävention sieht. Der Kölln-Reisieker Reikowski ist selbst ehemaliger Polizist, seinen kleinen Stand baut er regelmäßig in Hamburg auf. In Elmshorn war er lange auf dem Buttermarkt vertreten, nach langer Pause hatte er am Sonnabend seinen Stand wieder in der Stadt aufgebaut. Er stieß auf großen Bedarf: Teilweise mussten die gut drei Dutzend Interessenten weit länger als eine Stunde warten, bis ihre Fahrräder dran waren. Die Schlange zog sich vor der Polizeistation in der Moltkestraße weit über den Bürgersteig.

Diese Mühe und acht Euro Gebühren nahmen vor allem Besitzer hochwertige Fahrräder auf sich; jedes dritte Fahrrad in der Schlange war ein E-Bike, bilanzierte Reikowski nach drei Stunden Fräsen. Viele Kunden kamen aus den Dörfern des Umlands.

Gerhard Krambeer war mit seinem E-Bike aus Sparrieshoop herübergefahren. Er wollte seiner Versicherung bei Bedarf belegen, „dass ich alles getan habe, um mich zu schützen“. Rund 2000 Euro hatte er vor drei Jahren für sein Rad bezahlt, zwei bis drei Mal pro Woche benutzt er es als Sportgerät. Gestohlen worden sei ihm noch kein Fahrrad, er sichert seins unterwegs mit dem eingebauten Speichenschloss und einem einfachen Kabelschloss. „Man sagt, das Schloss soll zehn Prozent des Fahrradwerts kosten, so eins habe ich nicht“, räumte der Rentner ein.

Bernhard Wiemann aus Seester (vorn) wartete mehr als eine Stunde, bis seine beiden Fahrräder codiert wurden.
Bernhard Wiemann aus Seester (vorn) wartete mehr als eine Stunde, bis seine beiden Fahrräder codiert wurden. Foto: Roolfs
 

„Damit das sicherer ist“ stand auch Bernhard Wiemann in der Schlange. Er hat sein Fahrrad und das von seiner Frau per Pkw-Fahrradträger aus Seester nach Elmshorn transportiert. Ein bis zwei Mal pro Woche ist das Paar per Fahrrad unterwegs, gestohlen wurde ihnen noch keins. Seit einer guten Stunde wartet Wiemann mit seinen Rädern schon: „Ich müsste gleich dran sein.“

Wer die Aktion verpasst hat, muss nicht lange warten: Am Sonnabend, 2. Juli, 9 bis 11 Uhr, findet vor der Polizeistation die nächste Codieraktion statt; nur mit Voranmeldung unter 04121-71564; Preis: 10 Euro.

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