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Elmshorner Nachrichten

19. November 2017 | 06:15 Uhr

Elmshorn : Im Juli zieht die Kirche ein

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Neubau-Projekt des kirchlichen Zentrums in Elmshorn geht in die finale Phase.

Exakt rechtwinklig und gerade bauen kann originelle Effekte bringen. An der Elmshorner Kirchenstraße baut der Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf im großen Stil neu, die Front des Gebäudekomplexes zieht sich entlang eines großen Teils der südlichen Kirchenstraße. Die Geschossdecken sind genau waagerecht, erklärt Architekt Thomas Ritscher; aber die Kirchenstraße fällt leicht ab. Folge: In den Räumen, die für die Kirchengemeinde St. Nikolai vorgesehen sind, sind die Decken beeindruckend hoch. Auch wenn sie, wie geplant, abgehängt werden, bleibt ein lichter Vorraum.

Vier Stockwerke, 23 Wohnungen, Büros für mehr als 40 Mitarbeiter, ein großer Saal, Räume für die Gemeinde, für Kita-Werk und Diakonie samt Café und Büro – für 7,7 Millionen Euro plant der Kirchenkreis Großes in Elmshorn. Dahinter steckt auch Politik: Elmshorn soll neben dem Propstensitz Itzehoe zum zweiten Zentrum des Kirchenkreises werden. Das ist durchaus als eine Art Pflaster zu verstehen für die Wunden, die von der Fusion der beiden Kirchenkreise Rantzau und Münsterdorf vor zehn Jahren geblieben sind. Elmshorn verlor damals den Propstensitz an Itzehoe.

Im Juli soll der stellvertretende Propst Torsten Becker in Elmshorn seinen Dienstsitz beziehen. Für den 15. Juli ist der Umzug der Mitarbeiter vorgesehen, die künftig in Elmshorn arbeiten, am Montag, den 18., soll dann der normale Betrieb losgehen. Die Wohnungen werden ab September bezogen, für den 5. September ist die Einweihungsfeier für das Kirchliche Zentrum Elmshorn geplant.

Bis dahin liegt noch eine Menge Arbeit vor den Handwerkern, aber Architekt Thomas Ritscher und Projektmanager Sven Vierenklee vom Kirchenkreis hegen keine Zweifel, dass alles pünktlich fertig wird. „Ich bin ganz begeistert“, sagt Vierenklee bei einer Baubegehung: Seit Baubeginn im März vergangenen Jahres gab es keine schwerwiegenden Probleme und keine Verzögerungen.

Der Rohbau steht, das Blockheizkraftwerk ist schon gelaufen, zurzeit werden die Fenster eingepasst. Die Heizschlangen für die Fußbodenheizungen in den Wohnungen liegen schon, in den Treppenhäusern wird der Putz geglättet und Grundierung verstrichen, die Sanitärbereiche des Büro-Stockwerks bekommen ihre sandfarbenen Fliesen. In den Außenwänden der Wohnungen klaffen noch runde Löcher, die werden für die Zwangsbelüftung benötigt.

Die 23 Sozialwohnungen sind schon allesamt vermietet: „Wir hatten drei Mal so viele Bewerber wie Wohnungen“, berichtet Sven Vierenklee. 5,65 Euro kalt wird der Mietpreis pro Quadratmeter betragen, Standard werden 50-Quadratmeter-Wohnungen für Einzelpersonen. Zehn Wohnungen werden an Menschen mit Behinderung vermietet, die Glückstädter Werkstätten sind als Kooperationspartner im Boot. Sämtliche Räume sind barrierefrei erreich- und nutzbar, einige Wohnungen außerdem rollstuhlgerecht angelegt.

Bei den Balkonen hat die Ästhetik über den Nutzwert gesiegt: Sie liegen zur Kirchenstraße, damit die viergeschossige Fassade gut aussieht. Haken dabei: Sie sind damit nach Nordosten ausgerichtet, die Sonne wird sie nur selten erreichen.

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