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Elmshorner Nachrichten

11. Dezember 2017 | 03:33 Uhr

Elmshorn : Idylle zumindest zum Teil gerettet

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Bäume am Krückauufer: Naturschützer, Wasserverband und Behörden einigen sich auf eine Lösung.

shz.de von
erstellt am 24.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Die Konsequenz war klar: Wären die Vertreter des Nabus und des Wasserverbands Krückau während des Ortstermins am Mittwoch nicht zu einer Lösung gekommen, hätte es eine Anordnung des Kreises Pinneberg gegeben. Naturschützer und Verband einigten sich und konnten einen gefürchteten „Kahlschlag“ in der Idylle des Krückau-Wanderwegs verhindern. In dem Bereich zwischen alter B 5 und Kölln-Reisiek sollen nun auf drei Teilabschnitten à 50 Meter Bäume und Sträucher, die in die Krückau wachsen, zurückgeschnitten werden.

Während einer Begehung am 3. Januar hatten Wasserverband und Kreisbehörden Handlungsbedarf festgestellt. Die Weiden, die zwischen Ufer und Wanderweg stehen, ragen an vielen Stellen weit in den Fluss. „Die Äste reichen bis über die Hälfte, da kommt es leicht zu Verstopfungen“, so Roland Reum vom Fachdienst Umwelt des Kreises Pinneberg. Der betroffene Bereich unterhalb der Holsatia-Sportanlagen erstreckt sich auf etwa 800 Metern.

Besonders um die anliegenden landwirtschaftlich genutzten Flächen vor Überschwemmungen zu schützen, müssten Maßnahmen ergriffen werden, so die Meinung von Karl-Heinz Bonnhoff, Vorsitzender des Wasserverbands. Bäume und Sträucher am Ufer müssten deshalb „auf den Stock geschnitten werden“, um den Abfluss des Wassers in der Krückau zu gewährleisten, so Reum. „Das heißt nicht, dass sie entfernt werden, aber wir wollen hier keinen Urwald haben.“

Mit diesem Satz traf Reum den Nerv der Nabu-Mitglieder um Hans Helmut Dürrnberg. „Doch, genau das wollen wir“, antwortete der Vorsitzende der Ortsgruppe. Die Krückau sei seit Jahren in einem Prozess der Wiedergesundung. Dass Bäume bis in den Fluss reichen, sei in der Natur normal und für Lebewesen notwendig. Mit den Maßnahmen würde man nun die gleichen Fehler machen wie vor 70 Jahren als die Krückau auf Kosten der Natur begradigt und die Fließgeschwindigkeit erhöht wurde.

Das Argument der Verantwortung gegenüber den Nutzern von Hochwasser gefährdeter Flächen, ließen die Naturschützer in der Diskussion nicht gelten. Der Verband hatte seine Befürchtungen zum Ausdruck gebracht, dass von den privaten Anliegern finanzielle Ansprüche geltend gemacht werden könnten, käme es zu einer Überschwemmung. Für die Naturschützer war dies „eine fiktive Situation, um das Vorgehen zu rechtfertigen.“

Die Forderungen des Nabus, das Flussufer in dem Bereich unberührt zu lassen, seien sympathisch, aber nicht realisierbar, so Reum. Man müsse eingreifen „so gering wie möglich, so viel wie nötig“.

Die Lösung mit der beide Seiten glücklich sind, zu finden, ist laut Verbandschef Bonnhoff nicht einfach gewesen. Mit der Maßnahme greife man nun so geringfügig wie möglich in die Natur ein, um noch einen vernünftigen Durchfluss der Krückau zu gewährleisten.

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