„Ich möchte dem Dorf etwas zurückgeben“

Luka Strutz ist seit dem zehnten Lebensjahr bei der Feuerwehr und will Atemschutzgeräteräger werden.
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Luka Strutz ist seit dem zehnten Lebensjahr bei der Feuerwehr und will Atemschutzgeräteräger werden.

Neu in der aktiven Mannschaft: Jan Nicol und Luka Strutz absolvieren ihre Truppmannausbildung für die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Horst

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29. Mai 2020, 19:00 Uhr

Horst | „Papa ist schuld, dass ich bei der Freiwilligen Feuerwehr mitmache“, sagt Luka Strutz (18) schmunzelnd. „Schon als Vierjähriger hat mich mein Vater mit zur Wehr genommen. Die Faszination der großen roten Autos mit dem Blaulicht war natürlich riesig. Das hat mich nicht mehr losgelassen“, sagt er. Im Alter von zehn Jahren trat er der Jugendfeuerwehr in Horst bei. In den letzten acht Jahren wurde Strutz dort Gruppenführer und letztlich Jugendgruppenleiter.

Seit einem Jahr schnuppert er auch schon in die Einsatzabteilung der Erwachsenenwehr. „Alarmeinsätze bin ich noch nicht mitgefahren, aber an den Dienstabenden habe ich teilgenommen“, berichtet Strutz. Da hat ihm besonders die gute Kameradschaft in der vierten Löschgruppe und die gegenseitige Hilfe bei Aufgaben untereinander gefallen. „Das macht mir viel Spaß und ich möchte, wenn ich jetzt in die Einsatzabteilung wechsele, Menschen helfen, die in Not sind“, sagt er. Strutz, der zurzeit an seinem Fachabitur, das er im kommenden Jahr ablegen will, arbeitet, will sich auf jeden Fall als Atemschutzgeräteträger ausbilden lassen und möglichst auch weitere Kurse belegen, um viele Arbeitsbereiche abdecken zu können. Zunächst ist allerdings die Modulausbildung zum Truppmann an der Reihe. Und die wird auf Amtsebene vor Ort durchgeführt.

Ein anderer Werdegang in der Wehr steht bei Jan Nicol an. Der gelernte Kfz-Meister hat sich erst im Alter von 41 Jahren dazu entschlossen, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr zu werden. Aufgrund gesundheitlicher Probleme konnte er seinen Beruf nicht weiter ausführen und arbeitet jetzt als Einzelhandelskaufmann in Uetersen. „Ich habe mir lange überlegt, ob ich in Elmshorn bei der DLRG, beim THW oder hier bei der Feuerwehr einsteige“, berichtet Nicol. Als früherer Leistungsschwimmer lag die DLRG nahe, die technische Ausrüstung des THW lockte ebenfalls. „Letztlich habe ich mich aber entschlossen, in die Wehr meines Heimatortes einzutreten. Damit möchte ich auch etwas an mein Dorf zurückgeben, in dem ich zur Schule gegangen bin und mich wohlgefühlt habe und noch immer wohlfühle“, sagt er.

Nicol ist besonders vom „Wir-Gefühl“ in der Wehr fasziniert. „Hier wird nicht von oben nach unten geredet oder angeordnet, sondern eine Gesprächskultur in beide Richtungen gepflegt“, erklärt er. Auch Nicol ist derzeit dabei, seine Truppmannausbildung zu vollenden. Aufgrund seiner beruflichen Erstausbildung ist er in der Horster Wehr hauptsächlich an der Technik und Instandhaltung der Fahrzeuge und verschiedenen Ausrüstungsgegenstände interessiert.

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