Hundeleine statt Archiv

Anke Darius bekam gestern Unterstützung von Udo Böltz.
Anke Darius bekam gestern Unterstützung von Udo Böltz.

Am Sozialtag konnten Mitarbeiter der Stadt gestern die Perspektive wechseln / Situation im Tierheim „dramatisch“

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05. Juni 2014, 16:00 Uhr

Eigentlich hat der Arbeitsplatz von Udo Holtz nichts mit Tieren zu tun. Im Gegenteil, mit denen kann er im Stadtarchiv wohl eher weniger anfangen. Gestern jedoch war sein Job mal ein anderer. Die Arbeit mit Hunden war seine Aufgabe. Als einer von 17 Mitarbeitern der Stadt Elmshorn beiteiligte sich Holtz am Sozialtag des Rathauses und leistete seinen Dienst im Tierheim ab.

Das Tierheim war nur eine von mehren Möglichkeiten für die Mitarbeiter der Stadt, in die Jobs der sozialen Einrichtungen hineinzuschnuppern. In der Bahnhofsmission, im Beratungs- und Therapiezentrum der Awo, bei der Elmshorner Tafel sowie in verschiedenen Kitas und Grundschulen wurde gestern über die Schultern geschaut.

„Wir haben jetzt schon im dritten Jahr Mitarbeiter der Stadt hier“, sagt Tierheimleiterin Anke Darius. „Wir finden das sehr gut, dass so unser Betrieb gerade von Mitarbeitern der Stadt kennengelernt wird und die sich ein Bild darüber machen können, was der Dienst am Tier bedeutet.“ Die Situation im Tierheim beschreibt Darius zurzeit als dramatisch. Ständig müssten Tiere vom Heim aufgenommen werden, viel zu selten bekommen sie bei Menschen ein neues Zuhause. „Wir fahren gerade gegen die Wand“, so Darius. Besonders bei den Katzen sei die Situation kritisch. Für Udo Holtz war der Einsatz im Tierheim nicht der erste Dienst, den er zum Sozialtag leistete – auch im Pflegeheim Elbmarschhaus sammelte er an einem Tag Erfahrungen. Das Tierheim ist für Holtz kein unbekannter Ort gewesen. Vor etlichen Jahren war er bereits als „Kuschelmensch“ für die Einrichtung unterwegs. „Da bin ich mit vier, fünf Hunden gleichzeitig spazieren gegangen. Mir hat das immer Spaß gebracht.“ Spaziergänge, Training auf dem Hundeplatz und Füttern – das waren auch gestern wieder seine Aufgaben.

Der Sozialtag ist freiwillig für alle Mitarbeiter der Stadt. „Nicht nur Abrechnungen der Kitas kennen, sondern auch wissen, wie es vor Ort funkioniert“, so bescheibt Rathausmitarbeiterin Petra Schmidt die Idee. Sie hat den Tag organisiert.

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