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Elmshorner Nachrichten

17. Dezember 2017 | 22:51 Uhr

Elmshorn : Hunde-Hasser treiben ihr Unwesen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Labrador-Hündin einer Elmshornerin hat mit Rasierklingen präpariertes Futter gefressen und nur mit sehr viel Glück überlebt.

shz.de von
erstellt am 20.Nov.2015 | 09:18 Uhr

Elmshorn | „Man kann sich als normaler Mensch nicht vorstellen, was in den Köpfen der Täter vorgeht“, sagt Susanne Kruse* (*Name von der Redaktion geändert). Die Elmshornerin besitzt eine Labradorhündin namens Luna, die am vergangenen Wochenende einen gefährlichen Köder gefressen hat. Vier Teile einer Rasierklinge hat der Hund am Freitagabend bei einem Ausflug geschluckt. Vermutlich waren sie in einer Frikadelle versteckt.

„Ich war am Wochenende ziemlich geschockt. Der Hund ist für uns ein Familienmitglied“, sagt Kruse. Die Hundebesitzerin ist verunsichert und möchte ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen. Sie sei beunruhigt und fürchte einen weiteren Anschlag, wenn der Täter erfahren würde, dass sie an die Öffentlichkeit gegangen ist. „Man kann sich nicht vorstellen, dass jemand soweit gehen würde. Auf der anderen Seite hat dieser Mensch einen gezielten Angriff verübt und nicht nur die Verletzung eines Lebewesens in Kauf genommen, sondern sogar gezielt beabsichtigt“, erklärt Kruse.

Passiert ist alles am Freitag in den Abendstunden. Mit einer Gruppe war Kruse mit Luna in Tornesch unterwegs zum „Mantrailing“, einer Art Hundesport, bei der spielerisch nach Personen gesucht wird. „Was genau passiert ist, kann ich nur rekonstruieren“, erzählt Kruse, die nicht mitbekommen hat, wie ihr Hund das Fleischstück gefressen hat. Sie vermutet aber, das es am Wachsbleicherweg passiert sei.

Am Sonnabend in den frühen Morgenstunden hat der Labrador sich dann übergeben. Dabei entdeckte Kruse die Klingen und fuhr sofort zu ihrer Tierärztin Katharina Petersen von der Kleintierpraxis am Mühlendamm in Elmshorn, wo Luna geröntgt wurde. Petersen kontrollierte, dass alle Klingen ausgespuckt worden waren. Weitere Schäden stellte sie bei dem Hund aber nicht fest.

„Luna hat total Glück gehabt. Sie hätte sich alles mögliche an Gewebe verletzen können“, sagt Tierärztin Petersen. Sie erzählt, dass Fremdkörper nicht selten von Hunden aufgenommen werden, weil die Tiere ihr Futter in großen Stücken herunter schlingen. Man könne die Hunde aber trainieren, nicht alles herunterzuschlucken Ansonsten gelte es, den Hund bei Verdacht gut zu beobachten und bei Veränderungen den Tierarzt zu konsultieren.

„Uns war es wichtig, dass auch andere Halter von der Sache erfahren und dass das nicht noch einem Hund passiert“, sagt Kruse. Ihre Familie habe daher, ebenso wie die Tierarztpraxis, eine Warnung auf der sozialen Medienplattform Facebook veröffentlicht. Dort haben sich auch weitere Hundebesitzer gemeldet, deren Hunde die Köder gefunden haben. Viele User zeigen sich in den Kommentaren entsetzt von diesen Vorfällen. Am Sonnabend hat Kruse auch Anzeige bei der Polizei erstattet.

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