Holzweg: Anwohner frustriert

Zuwegung zur Kita bleibt ein Streitfall

brameshuber_christian_20171127_75R_3326_klein.jpg von
01. Februar 2020, 16:05 Uhr

Elmshorn | Am Montag kommen die ersten Kinder. Mit zunächst vier Gruppen geht die neue Kita „HulaHopp“ an den Start. Am Ende werden es 105 Kinder und 25 Mitarbeiter sein, die täglich in die Einrichtung am Dohrmannweg kommen. Die einzige Zuwegung führte bisher über den Holzweg, eine Kopfsteinpflaster-Rumpelkiste. Der Dohrmannweg ermöglicht gar keinen Begegnungsverkehr. Vier Alternativen für eine Zuwegung wurden geprüft – keine wird am Ende weiterverfolgt. „Das ist echt frustrierend“, sagt Anwohnerin Susanne Schlüter. Sie fühlte sich „wie vor den Kopf gestoßen“, als sie am vergangenen Montag das Elmshorner Rathaus verließ. Bürgermeister, Stadtrat, Amtsleitungen, Feuerwehrchefin und Politik an einem Tisch mit drei Anwohnern. Die fürchten ein Verkehrschaos in ihrer Straße, mehr Lärm – und vor allem eine Gefährdung der Schulkinder auf ihrem Weg zur KGSE. „Wir sind für diese Kita“, betont Schlüter, „und für eine Zuwegung über die Hamburger Straße.“

Die gibt es nicht. Der Landesbetrieb Verkehr (LBV) lehnt eine weitere Abzweigung von der vierspurigen Hamburger Straße an. Mit dem alten Argument: Auf der überörtlichen Straße müsse der Verkehr fließen. Eine Zuwegung über die schon bestehende Straße an der Feuwehrwache Süd lehnt Elmshorns Feuerwehrchefin Britta Stender rigoros ab. Sie fürchtet, dass die Wache in diesem Fall zugeparkt wird. Zudem gibt es Pläne die Feuerwache Süd zur großen Hauptwache auszubauen.

Für Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje ist die Zuwegung gesichert. „Mit der Dohrmannschule hatten wir eine Genehmigung für eine Einrichtung mit 220 Schülern“, betont er. Zudem setzt die Stadt darauf, dass die Eltern ihre Kinder eben nicht mit dem Auto zur Kita karren, sondern zu Fuß oder mit den Rad bringen. Der völlig ramponierte Holzweg – den fährt man mit dem Auto am liebsten nur einmal in seinem Leben – soll auch nicht instandgesetzt werden, um die Straße nicht attraktiver zu machen. Die Verantwortlichen im Rathaus setzen auf viele kleine Einzelmaßnahmen, um die Erreichbarkeit der Kita für Fußgänger und Radfahrer attraktiver zu machen. Der Plan, wenigstens den Dohrmannwegg auszubauen, ist gescheitert. Die benötigen Grundstücke hat die Stadt nicht bekommen.

Die Zuwegung über den Holzweg: Pascal Mangels (FDP) spricht von einer „unbefridigenden Situation“. Er sieht den LBV in der Pflicht sich zu bewegen. „Das alte Denken muss endlich überwunden werden.“ Er fürchtet, dass am Ende doch die Feuerwehrzufahrt schnell zu einem Kita-Parkplatz werden könnte.

Schlüter hat ihr Amt als Sprecherin der Anwohner nach dem Gespräch im Rathaus abgegeben. Jürgen Wohlenberg, er lebt seit seiner Geburt im Holzweg, hat übernommen. Auch er macht aus seiner Unzufriedenheit keinen Hehl. „Ich habe meine Zweifel, dass die Stadt wirklich hart mit dem LBV verhandelt hat. Mir kam das halbherzig vor.“

Am Montag beginnt der Ernstfall. Die Anwohner werden genau beobachten, was im Holzweg passiert, wie sich die Eltern verhalten. Ein bisschen Hoffnung haben sie noch. „Die Politik muss sich einschalten.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen