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Bretter schleppen für Musikgenuss : Hinter den Kulissen des Schleswig-Holstein Musik Festivals in Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

960 Stühle, 90 Bühnenelemente, 1500 Schrauben und 495 Fußbodenelemente auf 600 Quadratmeter.

Elmshorn | Wenn die Konzerte des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) in der Elmshorner Reithalle ausgeklungen sind, der Sekt getrunken, der Applaus verstummt, die Zuschauer gegangen sind, dann müssen Vorarbeiter Rüdiger Mohrdieck und seine Kollegen vom städtischen Bauhof ran. 960 Stühle müssen aus der Halle geschleppt werden, 90 Bühnenelemente abgebaut, 1500 Schrauben mit einem Akkubohrer aus dem Holzboden gelöst und 495 Fußbodenelemente einzelnd aus der 600 Quadratmeter großen Halle getragen und per Radlader in ein Lager auf den Gelände  der Reitsporthalle gefahren werden, wie  Mohrdieck sagt.

Nicht nur einmal nach jeder Konzertsaison. Nein, zu jedem zweistündigen Konzert sind zehn Männer damit beschäftigt, die Halle eineinhalb Tage lang vorzubereiten und im Anschluss einen Tag lang wieder für den Reitsport herzurichten. Das Konzertpublikum soll nicht mit Stühlen im Sand versinken, die Reiter nicht durch den Holzboden vom Training abgehalten werden. Die Bauhof-Mitarbeiter packen routiniert an.  „Wir dürfen keinen Krümel Müll hinterlassen, keinen Papierschnipsel, keine Schraube“, sagt  Oliver Müller.

„Dahinter steckt ein enormer Arbeitsaufwand“, bestätigt Mohrdieck. „Es ist sehr schön, dass es diese Konzerte gibt. Das Flair in der Halle ist schön“, sagt er, doch   für den Bauhof denselben Arbeitsaufwand innerhalb kurzer Zeit dreimal  zu betreiben, sei schwierig.  „Das müssen andere Gemeinden nicht machen. Elmshorn leistet sich da schon etwas mehr.“ 

 „So eine Transportgeschichte in dem Ausmaß gibt es nur für das Schleswig-Holstein Musik Festival“, sagt Bauhof-Leiter Volker Koch über die  Einsätze der städtischen Mitarbeiter. Er ist froh, wenn die Konzerte in den Ferien stattfinden.  Er habe es bereits erlebt, dass SHMF-Konzerte außerhalb der Ferienzeit liegen, so Koch. Dann gilt es zusätzlich, mit  den Stühlen, die aus verschiedenen Elmshorner Schulen stammen, zwischen Lehreinrichtung und Reithalle hin- und herzupendeln. 

Doch diese Saison ist geschafft. Erstmal Ruhe für ein Jahr? Nicht ganz. Wie Koch erläutert, müssen schließlich noch die Fußbodenelemente repariert werden, die während der Konzertsaison Schaden genommen haben.

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erstellt am 14.Aug.2015 | 12:00 Uhr

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