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Elmshorner Nachrichten

23. Oktober 2017 | 02:52 Uhr

Hilfe mit dem Trauer-Reise-Koffer

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Projekt „Monjala“ bietet Hilfe für Kinder und Jugendliche / Sparkasse Elmshorn unterstützt Initiative mit 2500 Euro

shz.de von
erstellt am 26.Mär.2016 | 16:00 Uhr

Wenn ein naher Angehöriger, wie Mutter oder Vater, stirbt, ist dies insbesondere für die hinterbliebenen Kinder und Jugendlichen ein emotionaler Ausnahmezustand. Wie soll ihnen begegnet werden? Wie kann die Trauer aufgefangen werden?

Ein Hilfsmittel für die Trauerbewältigung ist der Trauer-Reise-Koffer. „Es ist wichtig, auch schon vorher mit Kindern über den Tod zu sprechen. Dafür ist der Inhalt des Koffers gut geeignet“, sagt Karina Brandenburg, Leiterin des Diakonie-Angebotes „Monjala – Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche“ in Elmshorn.

Neben altersgerechter Kinderbücher und Fachbücher für Lehrer und Erzieher sind im Koffer in erster Linie Materialien enthalten, mit denen sich Kinder zusammen mit Pädagogen mit dem Tod und der Trauer auseinandersetzen können. Unter anderem gibt es Trauerkleidung zum Verkleiden, Kerzen, eine Erinnerungskiste, Gefühlskarten, viele verschiedene Puppen und sogar einen kleinen, handgearbeiteten Holzsarg.

„Kinder müssen ihre Erlebnisse und Eindrücke nachspielen, um diese auch zu verstehen“, sagt Karina Brandenburg. Die Koffer, jeweils zwei für Kindergärten und Schulen, können bei „Monjala“ ausgeliehen werden. Zur Vorbereitung werden Fortbildungen sowie Elternabende angeboten.

„Es ist wichtig, dass es einen Anlaufpunkt für Betroffene mit einer professionellen Begleitung gibt. Ein Weg ist, in die Schulen zu gehen. Das wollen wir gern unterstützen“, sagt Olaf Seiler, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Sparkasse Elmshorn. Das Elmshorner Geldinstitut unterstützt das Projekt „Trauer-Reise-Koffer“ mit einer Spende in Höhe von 2500 Euro.

„Viele wissen nicht, wie sie mit einer solchen Situation umgehen sollen. Deshalb ist es wichtig, Kindern einen Raum zur Trauerbewältigung zu geben“, sagt Karina Brandenburg. Seit zwei Jahren bieten Brandenburg und ihre Kollegin Sandra Köster Kindern und Jugendlichen entsprechende Hilfen an. „Die Gruppen sind offen, man kann also spontan kommen. Allerdings finden wir es schöner, wenn wir vorher schon ein Gespräch mit den Eltern hatten“, so Köster. Die Gruppensitzungen finden im Haus der Diakonie, Alter Markt 16 in Elmshorn, statt. Gruppenraum ist der „Raum der Stille“ im vierten Stockwerk.

Die Gruppe für Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren trifft sich das nächste Mal am 14. April um 15 Uhr. Neu sind zwei weitere Gruppen für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren (erstes Treffen ist am Donnerstag, 21. April, 15 Uhr) und für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 27 Jahren. Diese Gruppe trifft sich am Freitag, 15. April, um 18 Uhr das erste Mal.

Ein weiterer Schwerpunkt von Sandra Köster und Karina Brandenburg ist die Multiplikatorenschulung. „Wir gehen in Kindergärten und Schulen, um Lehrer und Erzieher fortzubilden oder auch um Projekte dort durchzuführen“, sagt Sandra Köster. Zudem kümmern sich die beiden Fachfrauen auch um Krisenfälle und begleiten Familien.

Finanziert wird das Projekt unter anderem zu 70 Prozent aus Mitteln der „Aktion Mensch“. Diese Förderung läuft Ende des Jahres aus.

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