Ärger für Elke Jacobs aus Elmshorn : Hilfe! Mein Auto ist nicht meins

Eine Woche lang musste Elke Jacobs auf ihren Mazda verzichten. Nun hat sie ihren alten Wagen mit neuen Papieren und neuen Kennzeichen wieder zurück.
Eine Woche lang musste Elke Jacobs auf ihren Mazda verzichten. Nun hat sie ihren alten Wagen mit neuen Papieren und neuen Kennzeichen wieder zurück.

Fahrgestellnummer und Papiere ihres Mazda stimmten nicht überein. Elmshorner Werkstatt schlägt Alarm.

shz.de von
21. Juli 2015, 10:00 Uhr

Elmshorn | Elke Jacobs ahnte nichts Böses, als das Telefon um die Mittagszeit im Büro klingelte. Am Vormittag hatte die Leiterin des Kindergartens Spatzennest in Hohenfelde ihren Mazda CX5 zur ersten Inspektion nach Elmshorn gebracht. Drei Jahre waren seit dem Kauf des Neuwagens vergangen, nun war der Tüv fällig. Das Auto lief zuverlässig, mit Schwierigkeiten rechnete sie nicht. Daher fiel sie auch aus allen Wolken, als der Kfz-Meister ihr am Hörer erklärte, die Plakette gebe es nicht. Und auch ihr Auto dürfe er ihr nicht wieder aushändigen. Fahrgestellnummer und Papiere stimmten nicht überein. Der Wagen könnte geklaut oder die Papiere gefälscht sein, außerdem bestehe kein Versicherungsschutz.

„Ich musste mich erstmal hinsetzen und habe fast geheult“, sagt die 59-Jährige. Binnen Sekunden war sie ihr geliebtes Auto los. „Ich dachte, ich bekomme es niemals wieder und muss mir ein Neues kaufen.“ Zwar stand noch der Leihwagen vor dem Kindergarten, aber das war ja nicht ihrer. Außerdem fürchtete sie hohe Gebühren auf sich zukommen. Nach dem ersten Schock informierte sie den Händler – ein Mazda-Autohaus in Hamburg-Bergedorf.

Dort wollte man ihr zunächst nicht glauben. Doch Nachforschungen über die digitale Fahrzeugdatei ergaben: Es war tatsächlich etwas schiefgelaufen. Die Papiere wurden vertauscht. Nur wenige Tage nach dem Verkauf des Mazdas an Elke Jacobs vor drei Jahren war ein komplett identischer Wagen an eine Familie in Ahrensburg gegangen. Diese hatte das „Missgeschick“ noch gar nicht bemerkt, ihre Inspektion sollte erst in ein paar Tagen sein.

„Wir bestehen seit 40 Jahren, aber so etwas ist noch nie vorgekommen. Es tut uns furchtbar leid“, erklärt ein Sprecher des Autohauses gegenüber unserer Zeitung. Er räumt ein: „Wir haben unglaubliches Glück gehabt. Wäre der identische Wagen ins Ausland gegangen, hätte mehrmals den Besitzer gewechselt oder wäre nach einem Unfall verschrottet worden, wäre der ganze Fall deutlich komplizierter und bürokratischer geworden.“ So konnten nun einfach die Papiere gewechselt werden. Das Autohaus übernahm die komplette Abwicklung, meldete die Wagen um, bezahlte den Leihwagen und den Tüv. „Das war aus meiner Sicht eine Selbstverständlichkeit.

„Trotzdem hat mich das Ganze ja auch viele Nerven gekostet. Ich musste die Versicherung ab- und wieder anmelden und einige Telefonate führen. Außerdem habe ich einige Gespräche mit den Nachbarn und Kollegen geführt, die sich über den Autowechsel gewundert haben“, sagt Elke Jacobs. Jetzt hat sie endlich ihren alten Mazda mit neuen Kennzeichen und neuen Papieren zurück. Und als Erstes hat sie die Fahrzeugnummer überprüft. Denn: Sicher ist sicher.

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