Bahnhofsmission Elmshorn : Hilfe für die Helfer

Stehen Hilfe suchenden Menschen im „Sozialraum Bahnhof“ mit Rat und Tat zur Seite: Michael Martischus (von links), Wiebke Turat und Claudia Sahlmann von der Elmshorner Bahnhofsmission.
Stehen Hilfe suchenden Menschen im „Sozialraum Bahnhof“ mit Rat und Tat zur Seite: Michael Martischus (von links), Wiebke Turat und Claudia Sahlmann von der Elmshorner Bahnhofsmission.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann fordert die Bahn zum Handeln auf, zeitnah einen eigenen Wasseranschluss für die Bahnhofsmission zu schaffen.

shz.de von
12. Dezember 2013, 12:00 Uhr

Die Situation der Elmshorner Bahnhofsmission hat die Politik auf den Plan gerufen. Nachdem unsere Zeitung und andere Medien über die Ausstattung der Räumlichkeiten der Ehrenamtler berichtet haben, hat sich nun Ernst Dieter Rossmann eingeschaltet. Der SPD-Bundestagsabgeordnete fordert, dass die Bahn zeitnah einen eigenen Wasseranschluss für die Bahnhofsmission schafft. Wie berichtet, müssen die Mitarbeiter ihr Wasser bislang in einem Kanister aus der Damentoilette holen.

In einem Brief an die neue Konzernbevollmächtigte der Bahn für Hamburg und Schleswig-Holstein, Manuela Herbort, fordert Rossmann, den geplanten Umzug in besser ausgestattete Räume vorzuziehen. „Falls dies nicht möglich ist, wäre es gut, wenn sich durch das Legen eines Wasseranschlusses für den derzeitigen Standort baldige Abhilfe schaffen ließe“, schreibt der Elmshorner Politiker. Es dürfe kein Dauerzustand sein, dass das Wasser von der Damentoilette herangeschafft werden muss. Um sich selbst ein Bild von der Situation zu machen, wird Rossmann morgen Wiebke Turkat und ihr Team von der Bahnhofsmission besuchen.

Die zwölf hauptsächlich ehrenamtlichen Helfer freuen sich über die Unterstützung. „Der Zustand ist eine ganz schwierige Sache. Das geht so nicht“, sagt Michael Martischus, der die Bahnhofsmission gemeinsam mit Turkat leitet. Die Zusammenarbeit mit der Bahn sei eigentlich gut, aber wenn es darum gehe, Mängel zu beheben, habe sie oft einen langen Atem. Laut Turkat laufen bereits Gespräche mit der Bahn. Sie hofft, dass die Bahnhofsmission innerhalb von zwei Jahren neue Räumlichkeiten beziehen kann. „Solange können wir mit dem Provisorium leben.“

Das Zeitfenster erscheint allerdings unrealistisch. Denn wie die Deutsche Bahn gestern auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt hat, gibt es noch keinen Zeitpunkt. Laut Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst sei lediglich geplant, dass die Bahnhofsmission im Zuge des Neubaus des Elmshorner Bahnhofs neue Räume erhält. Und das dürfte noch dauern, denn dafür gibt es nicht mal einen konkreten Zeitplan. Irgendwann im Rahmen der Umgestaltung des Sanierungsgebiets Krückau/ Vormstegen soll auch der Bahnhof erneuert werden – Zeitfenster bis 2025.

Die Bahn stehe in regelmäßigem Kontakt mit der Bahnhofsmission. Auch zum Thema Wasseranschluss würden Gespräche geführt. Eine Entscheidung gibt es aber nicht. Martischus hofft, dass durch Rossmann nun Schwung in die Sache kommt.

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