Hier lernt jeder das Gruseln

Herzlich Willkommen im Sparrieshooper Gruselhaus.
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Herzlich Willkommen im Sparrieshooper Gruselhaus.

Morgen wird Halloween gefeiert / Sven Weide aus Sparrieshoop zelebriert diesen Tag auf seine ganz spezielle Weise

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31. Oktober 2018, 16:09 Uhr

Die Riesenspinne mit ihren glühenden Augen auf dem Dach der Garage lässt nichts Gutes ahnen. Ein seltsames Stöhnen, qualvolle Schreie und schräge Kirmesmusik sind aus dem Inneren zu hören - übertönt nur vom ständigen Klingeln eines Telefons.

Wer es schließlich wagt, die Tür zu öffnen, steht in einer antik anmutenden Hotelrezeption samt Rezeptionist, einer Schreibmaschine, die wie von Geisterhand allein arbeitet, und einem Kronleuchter, der auch mal wieder von Spinnweben befreit werden könnte.

Sven Weide nickt erleichtert, der Probelauf für das große Halloween-Grusel-Vergnügen in seinem Haus funktioniert wie geplant und die Testpersonen haben sich schön erschrecken lassen.

„Willkommen in Hawthorne`s Motel. Wir wünschen ein angenehmes Gruseln“, so könnte die Begrüßung lauten, mit der die Besucher im Halloween-Kabinett der Familie Weide empfangen werden. Und Gruseln ist dort Programm. Das ist nichts für schwache Nerven.

Auf engen, verwinkelten, kaum ausgeleuchteten Wegen werden die Besucher unter anderem durch eine Schreckenskammer, ein Spinnenkabinett und das Clownland geleitet. Ihnen begegnen Zombies, grinsende Skelette, unheimliche Figuren und Projektionen, die es in sich haben. Auch einige Statisten sind dabei, die den Gästen das Fürchten lehren sollen. Das Ganze wird mit gruseligen Sound- und Lichteffekten untermalt.

„Und hinter jeder Biegung wartet eine gruselige Überraschung. Aber mehr wird nicht verraten. Schließlich sollen sich meine Gäste hier gut unterhalten“, sagt Sven Weide.

Zum vierten Mal verwandelt Weide das Areal am und vor seinem Haus in der Bahnhofstraße 33 in Sparrieshoop in eine Gruselwelt. „Es macht mir unheimlich viel Spaß über Ideen nachzudenken, und die sind reichlich vorhanden. In diesem Jahr haben wir alles unter das Motto Howthorne`s Motel gestellt“, erzählt Sven Weide.

Der 50-jährige Sparrieshooper bezeichnet sich selbst als Halloween-Verrückten Und das nimmt man ihm auch gern ab. Zu seinem Geburtstag wünschte er sich Halloween-Figuren, natürlich aus dem Mutterland aller Gruselfans, Amerika. „Es halten mich natürlich alle für verrückt, aber die Figuren sind so schön“, sagt Weide. Selbst hat der Selfmade-Requisiteur schon weit mehr als 2000 Euro in seine Inszenierungen investiert.

Zwei Monate benötigte er, um die einzelnen Sektionen und Figuren mit Leben zu erwecken. Es wurde getüftelt, gebaut, gesägt, gepinselt und auch geflucht, wenn es nicht so aussehen wollte, wie Weide es sich vorgestellt hatte.

In diesem Jahr hatte er außer seiner Schwester Monika Bornholdt, die seit Anfang an dabei ist, auch Hilfe von zwei Nachbarsjungen. „Die hatten in den vergangenen Jahren immer heimlich zugeschaut, und jetzt machen sie mit“, erzählt er.

Während die Gruselelemente in der Garage und dem daran anschließenden Parcours schon vor dem 31. Oktober fertiggestellt worden waren, ist für die Verwandlung des Vordergartens nur wenig Zeit.

Wie schon in den vergangenen Jahren verwandelt sich der Vorgarten in einen schaurig-schönen Friedhof. Verstärkt wird das umheimliche Erlebnis noch durch Skelette, die wie von Geisterhand plötzlich aus dem Nichts auftauchen, zur Musik von Michael Jackson tanzen oder Gräbern entsteigen. Auf diesem Friedhof ist schließlich auch der Grabstein von Iris Hawthorne (1829 - 1867) zu finden.

„Im nächsten Jahr werde ich aber im Vorgarten etwas komplett anderes machen. Die Besucher sollen sich schließlich nicht langweilen.Ideen dafür habe ich schon jede Menge“, meint er.

Inzwischen ist das Sparrieshooper-Gruselhaus kein Geheimtipp mehr in der Region. „Es haben sich schon Besucher aus Hannover und Flensburg angemeldet. Wir sind gespannt.“

Die gruselige Halloween-Welt von Sven Weide ist am Mittwoch, 31. Oktober, ab 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei und wer möchte, kann sich nach dem Rundgang mit Gratis-Würstchen und Softdrinks stärken. Nur Bier ist nicht kostenlos.

Über eine kleine Spende zur Deckung der Kosten würde Sven Weide sich allerdings freuen.

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