zur Navigation springen
Elmshorner Nachrichten

20. Oktober 2017 | 13:48 Uhr

Elmshorn : Hier hilft nur noch Grundsanierung

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Nach Brand im Hochhaus an der Beethovenstraße: Teilentkernung beginnt kurzfristig. Videoüberwachung soll Sicherheit bringen.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Es war der größte Einsatz der Feuerwehren aus Elmshorn und Nachbargemeinden der vergangenen Jahre, als am 21. Juni dieses Jahres im markanten Hochhaus an der Elmshorner Beethovenstraße ein Brand unterm Dach ausbrach. 100 Wohnungen wurden durch Feuer und Löschwasser unbewohnbar, 170 Menschen verloren ihre Unterkünfte. Gutachter sind nun zum Ergebnis gekommen, betroffenen Gebäudeteile nicht bloß zu renovieren. Nur eine Grundsanierung der Gebäude mit den Hausnummern 15 und 17 kann die Immobilie als Ganzes retten. Stockwerk für Stockwerk wird nun bis auf die Grundmauern abgetragen und aufwendig wieder hergerichtet.

„Es geht nicht anders. Die Schäden sind gravierend. Wir müssen von Grund auf die Gebäudeteile neu aufbauen“, sagt Matthias Stock aus der Geschäftsführung des Hauseigentümers Deutsche Annington. Eine Teilrenovierung berge zu viele Risiken, dass später doch in irgendeiner Wand, Kabel, Rohr oder Boden Schäden hervortreten, die zuvor übersehen wurden. Der Arbeitsumfang sei immens und überschreite die anfänglich geschätzte Schadenssumme von 1,5 Millionen Euro erheblich. „Es bleiben nur noch Grundmauern und tragende Wände stehen“, so Stock. Das komplett zerstörte Dach werde abgetragen und ein neues aufgesetzt. Die Arbeiten sollen in Kürze beginnen. Stock hofft, dass bereits in einem Jahr die neuen Wohnungen wieder bezugsfertig sein werden.

Im gleichen Atemzug wird auch der Gebäudeteil mit der Hausnummer 13 überplant. Dort war nur sieben Wochen später ebenfalls ein Feuer unterm Dach ausgebrochen. Die Elmshorner Wehr konnte einen großen Schaden verhindern. Dennoch überlegt die Deutsche Annington, diesen Teil des Hauses zumindest energetisch zu sanieren, wenn schon parallel dazu am Haus saniert wird.

Einen großen Teil zum schnellen Voranschreiten der Planungen zum Wiederaufbau kommt der Stadtverwaltung zuteil. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist sehr professionell, beachtlich auch wie die Mitarbeiter uns unterstützen“, so Stock. Das sei nicht selbstverständlich. Stadtrat Dirk Moritz gibt das Dankeschön zurück: „Alle Gespräche liefen bisher ausgezeichnet.“ Als „außergewöhnlich gute Zusammenarbeit“ bezeichnet er die Beziehung zum Unternehmen.

Zwei Feuer in kurzer Zeit – beide Male liegt Brandstiftung nahe. Endgültig aufgeklärt ist noch keiner der Brände. Dennoch: Die Deutsche Annington möchte Ruhe und Sicherheit im Quartier, ein weiteres Feuer verhindern. Das Unternehmen ließ deshalb eine Videoüberwachung am Hochhaus installieren. Ähnlich des Systems am Elmshorner Bahnhof zeichnet das System Bilder auf, die jedoch verpixelt sind und somit die Privatsphäre der Bewohner und Besucher bewahren. Nur Experten dürfen im Falle eines Falles die Daten entschlüsseln. „Wir wollen mit dem System das Sicherheitsgefühl unserer Mieter erhöhen und Fremde vor unüberlegten Taten abschrecken“, so Stock.

Der erste Brand an der Beethovenstraße 15 und 17 wurde am 21. Juni um 22.50 Uhr gemeldet, das zweite Feuer unter dem Dach des Hochhauses  im Eingang Nummer 13 am 11. August um  21.51 Uhr.
Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen