zur Navigation springen
Elmshorner Nachrichten

15. Dezember 2017 | 07:55 Uhr

Hier geht es um die Wurst

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Teilnehmer eines Seminar bei der Dittchenbühne stellen Bock- und grobe Bratwurst unter Anleitung selbst her

„Ich finde es unbefriedigend, was ich als Brat- oder Grillwurst kaufen kann“, erklärt Stephan Ritter. Der Barmstedter lernt, wie er es selbst besser machen kann: An der Dittchenbühne gibt Schlachter Christian Holzmann ein Wurstseminar. Er stellt gemeinsam mit einem Dutzend Teilnehmern Bock- und grobe Bratwurst her.

Ritter will mit selbst gemachten Würsten sich selbst und Freunden eine Freude machen. Lothar Kind aus Sparrieshoop, ein anderer Teilnehmer, plant schon konkreter: Er mästet zu Hause zwei Schweine und hält 50 Kaninchen, er sucht nach Wurstrezepten mit Kaninchenfleisch. Im Internet hat er schon einige gefunden, aber er sieht es ähnlich wie Seminarleiter Holzmann: „Mit dem Auge ist immer besser als Google“.

Gerhard Suhl hat in Wilster „von meiner Oma eine uralte Wurstmaschine und ich möchte die einsetzen.“ Dahinter steht bei ihm „das Interesse, Nahrungsmittel selbst herzustellen und nicht einfach im Supermarkt zu kaufen.“ Ausrüstung hat auch Stephan Ritter schon zu Hause: „Ich habe mir einen Fleischwolf gekauft und mich noch nicht herangetraut.“

Hemmungen lässt Schlachter Holzmann mit seiner hemdsärmligen Art nicht gelten. Damit hat er bald die meisten Teilnehmer bei den einzelnen Arbeitsschritten eingespannt: Zwei bedienen den Fleischwolf, zu dritt stehen sie an der Wurstmaschine. Die ist mechanisch, oben wird das Brät – das zerkleinerte und gewürzte Fleisch – eingefüllt, per Kurbel dann durch eine Düse gepresst und landet dort im Darm. Einer kurbelt, einer zieht vorsichtig die endlose Wurst von der Düse, ein oder zwei greifen in regelmäßigen Abständen in den Strang und drehen einen Abschnitt. So entstehen aus dem langen Darm die einzelnen Würste. Anfangs platzt der Darm dabei ab oder rutscht von der Düse, aber bald haben die Teilnehmer den richtigen Dreh raus.

Bei den sechs Kilo Bockwürsten bildet das Räuchern den nächsten Schritt. Der Räucherofen im Innenhof qualmt schon seit geraumer Zeit vor sich hin, Dittchenbühnen-Chef Raimar Neufeldt meldet 73 Grad Temperatur. „Perfekt“ für Christian Holzmann, die Stangen mit den aufgefädelten Würsten werden in den Ofen gehängt.
Als nächstes stehen sechs Kilo grobe Bratwurst auf dem Programm. „Jemand was gegen Kümmel und Majoran?“, fragt Holzmann in die Runde. Kein Protest, das Schweinefleisch wird gewürzt und gewolft. „Die hat aber Dampf“, stellt Lothar Kind beim Kosten fest.

Raimar Neufeldt fragt inzwischen, ob die Würste nachher gebraten oder gegrillt werden sollen. Vom Grill schmecken sie besser, entscheidet Schlachter Holzmann. Der Elmshorner arbeitet in Hamburg, seine Tochter besucht den Kindergarten der Dittchenbühne, und so kam der Kontakt zu Neufeldt zustande.

Den Abschluss des Kurses bildet später das gemeinsame Essen. Neufeldt heizt schon mal den Grill vor, der Verdauungsschnaps „Trakehner Blut“ steht schon bereit.

Nächstes Wurstseminar: „Rot- und Leberwurst selbst gemacht“ am kommenden Mittwoch; Infos im Internet unter dittchenbuehne.de/, Rubrik „Programm“, oder telefonisch unter (0 41 21) 8 97 10.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen