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Heute "Biberpelz"-Premiere: Gespräch mit Regisseur Lars Ceglecki

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ELMSHORN | Heute um 20 Uhr feiert der "Biberpelz" von Gerhart Hauptmann an der Dittchenbühne Premiere. Der Abend ist ausverkauft. Unsere Zeitung sprach mit Regisseur Lars Ceglecki über die Inszenierung.

Herr Ceglecki, ist ein Stück, das mehr als 100 Jahre alt ist heute überhaupt noch spielbar?

Lars Ceglecki: Im "Biberpelz" geht es um die Schere zwischen denen, die am unteren Ende der Gesellschaft leben und versuchen, zurechtzukommen, und denen, die ganz oben sind, die an den Machthebeln sitzen und dadurch erheblichen Einfluss haben. Und weil das auch heute noch eine aktuelle Konstellation ist, ist der "Biberpelz" aktuell.

Was ist für Sie die Hauptaussage dieses Stückes?

Das Wichtige für mich ist das Gegenüber von Arm und Reich, von Ohnmächtig und Mächtig - und der Versuch, dort das Beste herauszuholen. Und: Am Ende dieses Stücks siegt die Sympathieträgerin, obwohl sie im Grunde kriminelle Taten begangen hat. Doch sie hat nur solchen Menschen geschadet, von denen sie glaubt, dass sie diesen Schaden tragen können. Damit ist Mutter Wolfen so eine Art Robin Hood.

Macht es die Fülle von Filmen und Theateraufführungen vom "Bibelpelz", die es schon gibt, nicht besonders schwierig, das Stück zu inszenieren?

In der Tat muss man sich von dem, was schon gemacht worden ist, immer freimachen - und seine eigene Geschichte erzählen. Wir wollen dieses relativ ernste Thema, das Hauptmann komödiantisch verpackt hat, auch sehr komisch erzählen.Die Inszenierung, die auf der Dittchenbühne zu sehen ist, ist ein ungewöhnlicher zugleich spannender Weg, diese Geschichte zu erzählen.

Wie beurteilen Sie als Profi die Arbeit mit den Laiendarstellern der Bühne?

Ich bin sehr gern an der Dittchenbühne, der Biberpelz ist meine vierte oder fünfte Produktion hier. Ich mag die Menschen, mit denen ich hier arbeite, und ich mag, dass man hier frei arbeiten kann. Es gibt grundsätzlich keine Beschränkungen oder Denkverbote.

Welche anderen Theater-Projekte verfolgen Sie im Moment?

Eine Woche nach der "Biberpelz"-Premiere habe ich in Hamburg am Kleinen Hoftheater Premiere mit einer deutschsprachigen Erstaufführung des "Letzten Sommers" von Niel Simon.

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erstellt am 16.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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